Baubeschreibung und Bemusterung

Definition

Wenn du wissen möchtest, wie man ein aufwendiges Gericht kocht, musst du die Zutatenliste und das Rezept studieren. Genauso – nur natürlich noch eine Spur komplexer – verhält es sich mit einem Fertighaus. Das Rezept für dein Traumhaus ist die Baubeschreibung, die dir der Fertighausanbieter im MUSTERHAUSPARK aushändigt. Diese beinhaltet eine detaillierte Bau- und Leistungsbeschreibung mit sämtlichen verwendeten Materialien, Verbauart sowie Konstruktionsweise. Schau dir die Beschreibung genau an und frage bei Unklarheiten bei deinem Ansprechpartner nach!


Baubeschreibung für dein Einfamilienhaus

Entscheidest du dich für ein Einfamilienhaus aus dem MUSTERHAUSPARK, sicherst du dir einen klaren Vorteil gegenüber einem Architekten- oder Baumeisterhaus: Bereits vor Vertragsabschluss kennst du die Werksplanung, Konstruktionsweise und exakten Baumaterialien im Detail. So gibt es keine Überraschungen, und du weißt, was du für dein Geld bekommst. Siehst du die Angaben bei der Baubeschreibung auf dem Papier, kannst du dir in einem zweiten Schritt – der Bemusterung – einen persönlichen Eindruck von den Materialien machen. Beim Bemusterungsdurchgang zeigt dir der Fertighaushersteller alle Materialien, die beim Hausbau zum Einsatz kommen werden. Ebenso wie alle Bauweisen, vom Außenwandaufbau bis zur Sanitärinstallation.


Wie sieht eine Baubeschreibung aus?

Die Baubeschreibung wird vom Fertighausanbieter erstellt. Darin wird vertraglich in klarer Formulierung festgehalten, „welche Materialien in welcher Konstruktionsweise wie verarbeitet und verbaut werden“ (Burk 2014: 68). Dabei ist sie nach Bauelementen, Gewerken und Leistungen gegliedert. Wenn du dir nicht sicher bist, ob alle wichtigen Punkte enthalten sind, kannst du einen Baugutachter mit der Prüfung beauftragen.


Formular-Checkliste

Was muss eine Baubeschreibung enthalten? Folgende Details sollten jedenfalls darin vermerkt sein (vgl. Burk 2014: 68f.):

Kellergeschoß (falls dieses nicht vom Fertighaushersteller angeboten wird, solltest du eine genaue Baubeschreibung vom Kelleranbieter einholen):

  • Fundament: Konstruktionsweise, Material
  • Bodenplatte: Konstruktionsweise, Material, Unterbau, Stärke
  • Drainage: Drainagerohrführung, Kiesschüttung, Sickergrube
  • Kelleraußenwände: U-Wert, Schallschutzwert
  • Kelleraußenwandabdichtung
  • Kelleraußentüre: U-Wert
  • Kelleraußentreppe
  • Kellerfenster: Fensterbänke, Rollladen(kästen), U-Wert, Schallschutzwert
  • Kellerinnenwände: Schallschutzwert
  • Kellerinnenausbau: Trittschallschutz, Estrich, Bodenbelag, Sockelleiste, Putz, Innentüren, Zargen, Türblatt, Wasserinstallationen, Heizungsinstallationen, Kamin, Rohrinstallationen, Elektroinstallationen, Anzahl und Art der Schalter und Steckdosen
  • Hausanschlussraum
  • Kellerinnentreppe: Belag, Geländer
  • Kellerdecke: U-Wert, Schallschutzwert

Erdgeschoß

  • Erdgeschoßaußenwände: U-Wert, Schallschutzwert
  • Außentüren: Durchstoßpunkte
  • Fenster: Fensterbänke, Rollladen(kästen), U-Wert, Schallschutzwert
  • Außentreppe: Belag, Geländer
  • Innentreppe: Belag, Geländer
  • Innenwände: Schallschutzwert
  • Innenausbau: siehe Kellerinnenausbau
  • Terrasse: Aufschüttung, Unterbau, Belag, Treppe, Geländer

Ober- und/oder Dachgeschoß

  • Ober- und/oder Dachgeschoßaußenwände: U-Wert, Schallschutzwert
  • Dachflächenaufbau: U-Wert, Schallschutzwert
  • Dachaußenmontagen: Regenrinnen, Ortgangbleche, Verwahrungen, Durchstoßpunkte, Kaminköpfe, Antenne, evtl. Photovoltaikinstallation, Ausstiegsöffnung, Schneefanggitter
  • Außentüre: U-Wert, Schallschutzwert
  • Fenster: Fensterbänke, Rollladen(kästen), U-Wert, Schallschutzwert
  • Innentreppen: Belag, Geländer
  • Innenwände: Schallschutzwert
  • Innenausbau: siehe Kellerinnenausbau
  • Balkon und Dachterrasse: Unterbau, Belag, Geländer

 

 


Sonstige Inhalte

Weiters sollten alle eingesetzten chemischen Baustoffe genannt werden, etwa Holzschutzmittel, Parkettlack oder Baukleber. Auch technische Merkblätter sind meist bereits Vertragsbestandteil. Sie enthalten wichtige Maße für die Schnittstellen zu Drittanbietern auf der Baustelle, etwa beim Übergangsbereich zwischen Rohbaukeller bzw. Fundamentplatte und Fertighauskörper. Das erleichtert die Arbeit für den Kelleranbieter, der genau wissen muss, wie diese Schnittstelle vorzubereiten ist. Denn bereits eine Abweichung von ein paar Millimetern kann Probleme und Mehrkosten verursachen.


Baubeschreibung beim Passivhaus

Ein Passivhaus ist eine technisch sehr komplexe Bauweise, die die Fertighausbranche durch die qualitativ hochwertige Serienherstellung quasi perfektioniert hat. Modernes und nachhaltiges Bauen ist bei unseren Fertighausherstellern ein Grundprinzip, und in den letzten Jahren hat sich der MUSTERHAUSPARK als kompetenter Komplettanbieter für Passivhäuser und Niedrigenergiehäuser etabliert. In der Baubeschreibung eines Passivhauses wird besonders auf den U-Wert von Kellerdecke, Außenwänden, -türen und -fenstern sowie von Dächern geachtet. Denn ein Passivhaus „funktioniert“ nur, wenn in Sachen Dichtheit alles ordnungsgemäß geplant und ausgeführt wird. Nur so kann der Jahresheizwärmebedarf von unter 15 kWh pro Quadratmetern erreicht werden. Ausführliche Informationen findest du übrigens in unserem Beitrag Passivhaus als Fertighaus. Im Vertrag steht auch, ob beim fertigen Haus ein Blower-Door-Test, also eine Luftdichtigkeitsüberprüfung, geplant ist.


Vorlage

Je nach Bundesland findest du im Internet verschiedene Formulare für die Baubeschreibung, etwa bei der Wirtschaftskammer Steiermark oder beim Oberösterreichischen Gemeindebund. Diese können dir zu Orientierung dienen.


Die Bemusterung

Der zweite große Schritt vor dem Vertragsabschluss und somit der Realisierung deines Bauprojekts ist die Bemusterung. Dabei legst du gemeinsam mit deinem Fertighausberater die Ausstattungsvarianten für dein Fertighaus fest. Die Bemusterung verleiht deinem Fertighaus deinen individuellen Charakter. Hier zeigt sich einmal mehr die Stärke des MUSTERHAUSPARKs, denn hier kannst du sämtliche Ausstattungsmöglichkeiten – vom Heizkörper über Waschbecken und Fliesen bis zu Türen und Dachziegeln – in Ruhe begutachten, bevor du dich entscheidest.


Inhalte der Bemusterung

Zur Bemusterung werden Form und Material der:

  • Außenverkleidung
  • Dachdeckung
  • Außenbauteile wie Balkon, Terrasse, Hauseingangstreppe
  • Außen- und Innentüren
  • Fenster
  • Bodenbeläge
  • Wandausstattungen
  • Sanitärgegenstände
  • Armaturen
  • Heizkörper,
  • Heizsystem und
  • Elektroausstattung ausgewählt (vgl. Burk 2014: 73).

Der richtige Zeitpunkt der Bemusterung

Diese sollte jedenfalls vor Vertragsabschluss stattfinden, damit es weder finanzielle noch optische Überraschungen gibt. Bei diesem Termin stehen viele und wichtige Entscheidungen an, darum solltest du vorab Informationen sammeln, damit du dir schon genau im Klaren darüber bist, was du möchtest. Die Auswahl der Ausstattung ist auch ausschlaggebend für den Preis. Je mehr Sonderwünsche, desto teurer. Tipp: Kontrolliere beim Vertrag, ob auch alle deine bei der Bemusterung geäußerten Wünsche mit hineingenommen wurden.


Quelle:

Kauf und Bau eines Fertighauses, Peter Burk/Verbraucherzentrale NRW, Düsseldorf 2014