Regenwassernutzung

Regenwassernutzung – ein wichtiges Thema!

Regenwasser ist kostenlos und in Österreich zur Genüge vorhanden. Moderne Regenwassernutzungssysteme können bis zu 50 Prozent der Trinkwasserkosten einsparen. Wie das funktioniert, wie groß der Tank sein muss und warum Wasser sparen auch in unserem Land sehr wichtig ist, erfährst du in diesem Blogbeitrag.


Wasser im Wandel

Weltweit gibt es zunehmend eine Tendenz zu Regenphasen mit erheblichem Niederschlag, gefolgt von langanhaltenden Dürreperioden. Dieses Phänomen ist auch in Österreich zu beobachten. Grundsätzlich sind wir jedoch in der glücklichen Lage, über einen reichen Wasservorrat zu verfügen. Was diesem Vorrat allerdings seit Jahren zusetzt, ist die steigende Verunreinigung. Industrie und Landwirtschaft haben ihre Spuren hinterlassen, und zwar wortwörtlich. Dünger, Pflanzenschutzmittel und industrielle Chemikalien haben ihren Weg bis ins Grundwasser gefunden. Das stellt die Wasserversorgungsunternehmen vor große Herausforderungen, besonders in städtischen Ballungsräumen, wo durch die Anzahl der Menschen ein großer Bedarf entsteht. Das alles macht sauberes Trinkwasser auch in Österreich kostbar.


Warum Regenwasser nutzen?

Die Regenwassernutzung stellt eine sichere und technisch ausgereifte Möglichkeit dar, um unseren Trinkwasserhaushalt nachhaltig zu schonen. Komplettsysteme mit Tank, Filter, Pumpen und Kunststoffleitungen haben heute einen festen Platz in der Haustechnik. Damit können bis zu 50 Prozent des wertvollen Trinkwassers ersetzt werden.


Verschwendung von Trinkwasser

In Österreich wird Trinkwasser nur zu einem Bruchteil getrunken! Lediglich drei Liter verbrauchen wir im Durchschnitt zum täglichen Kochen und Trinken, die restlichen ca. 137 Liter werden durch Toilette, Dusche, Badewanne, Geschirrspüler und Waschmaschine ins Abwasser gespült. Besonders verschwenderisch ist es, Trinkwasser für die Gartenbewässerung zu verwenden. Das ist nicht nur teuer, sondern auch nicht optimal, denn für Pflanzen eignet sich das viel weichere und kalkfreie Regenwasser viel besser.


Dafür reicht Regenwasser völlig aus:

  • Gartenbewässerung
  • WC-Spülung
  • Waschmaschine
  • Reinigung von Terrasse und Gartenmöbel
  • Auto waschen
  • Füllen von Aquarium, Pool und Gartenteich

Regenwasser sollte also nicht nur für den Garten, sondern ganzjährig und täglich auch im Haus verwendet werden. Positiver Nebeneffekt: Durch eine Regenwasseranlage können gleichzeitig Versickerungsprobleme auf dem Grundstück gelöst werden, wenn der Boden große Wassermengen nicht aufnehmen kann.


Die Vorteile der Regenwassernutzung

  • Regenwasser ist weich und daher optimal zur Pflanzenbewässerung.
  • Regenwasser ist kostenlos.
  • Regenwasser schont die Trinkwasserreserven.
  • Beim Wäschewaschen mit Regenwasser braucht man keinen Weichspüler mehr! Das spart Geld und schont die Umwelt.
  • Auch Waschmittel und Enthärter können geringer dosiert werden.
  • Regenwasser wird in unterirdischen Tanks gesammelt und kann bei Bedarf genutzt werden.
  • Dank moderner Filtertechnik ist der Einsatz von Regenwasser hygienisch unbedenklich.

So funktioniert die Regenwassernutzungsanlage

Ein im Garten eingebauter, unterirdischer Regenwassertank aus Beton oder Kunststoff hat viele Vorteile: Er ist langlebig und ein Wasserschaden im Haus ist damit nicht möglich. Das Wasser wird lichtgeschützt gelagert, dadurch gibt es keine Algenbildung. Durch die kühle Temperatur von ca. 11 bis 14 °C haben Mikroorganismen keine Chance, das Wasser kann über mehrere Wochen ohne chemische Zusätze gespeichert werden. Verschiedene Reinigungsstufen sorgen dafür, dass das Wasser sauber und der Reinigungsaufwand gering bleibt: Ein Regenwasserfilter fängt Blüten, Blätter, Zweige etc. ab. Schwimmende Schmutzpartikel gelangen durch eine Überlaufkante aus dem Tank. Durch den sogenannten beruhigten Zulauf wird die Sedimentschicht, die sich auf natürliche Weise am Tankboden absetzt, nicht aufgewirbelt. Ein Überlaufsiphon sorgt beim Kanalanschluss für einen Geruchsverschluss.


So kommt das Regenwasser ins Haus

Im Tank wird eine schwimmende Entnahmeleitung installiert. Diese besteht aus einem flexiblen, vakuumfesten Kautschukschlauch, einem Feinfilter mit Rückschlagventil sowie einer Schwimmerkugel. So wird das Wasser immer im saubersten Bereich knapp unter der Wasseroberfläche entnommen. Die IGRW Interessengemeinschaft Ressource Wasser empfiehlt eine mehrstufige, selbstansaugende Kreiselpumpe mit aufgebauter Schaltautomatik. Diese zeichnet sich durch den leisen Betrieb und ihre Langlebigkeit aus.


Die Größe des Regenwasserbehälters

Wie groß der Tank sein muss, richtet sich nach:

 

  1. der zur Verfügung stehenden Regenauffangfläche,
  2. dem Wasserbedarf – pro Person werden ca. 70 l berechnet –,
  3. der Sicherheitsreserve – als Richtwert gelten 14 bis 21 Tage.

Als Faustformel gilt: Personenanzahl x Sicherheitsreserve x Wasserbedarf. Bei vier Personen mit jeweils 70 Liter Wasserbedarf und 21 Tagen Sicherheitsreserve macht das zum Beispiel 5.880 Liter. Gerundet kann man also von 1.500 Litern pro Person ausgehen.


Wartung und Pflege

Frage bei deiner Gemeinde nach, wo die Frostfreigrenze liegt. Wird der Erdtank darunter eingebaut, kann er auch im Winter weiterbetrieben werden, eine Entleerung ist nicht notwendig. Moderne Tanks sollten alle fünf bis zehn Jahre komplett gereinigt werden. Die Sedimentschicht, die sich am Boden bildet, beeinträchtigt die Wasserqualität nicht. Sie muss erst ab einer Höhe von fünf Zentimetern entfernt werden. Der Regenwasserfilter sollte zwei bis vier Mal im Jahr überprüft werden, Pumpe und Druckleitung einmal im Jahr.


Regenwassertank im Haus

Alternativ kann man auch im Hausinneren einen Regenwassertank aufstellen, optimalerweise an einem lichtgeschützten und kühlen Ort, also im Keller. Hierbei ist besonders auf eine leise Pumpe zu achten.


Wasser sparen = Kosten sparen

Wasser sparen ist viel einfacher, als man vielleicht denkt. Oft reichen schon kleine Handgriffe, die auf den Jahresverbrauch gerechnet große Wirkung erzielen. Hier ein paar Tipps:

  • Benutze beim Zähneputzen eine Zahnputzbecher und lass das Wasser nicht laufen.
  • Sofort reparieren, wenn der Wasserhahn tropft. Tropft der Hahn z. B. nur alle zwei Sekunden, können daraus im Jahr 800 Liter werden!
  • Duschen statt baden. Duschen verbraucht nur ein Drittel des für ein Vollbad benötigten Wassers.
  • Während dem Einseifen und Haare waschen das Wasser abdrehen.
  • Schmutziges Geschirr in den Geschirrspüler geben, nicht unter fließendem Wasser abwaschen.
  • Moderne WC-Spülkästen sparen bis zu 50 Prozent Wasser ein. Betätige die „kleine“ Taste bzw. die Stopptaste.
  • Kaufe nur Spül- und Waschmaschinen mit einem niedrigen Strom- und Wasserverbrauch. Moderne Spülmaschinen benötigen zwischen 15 und 17 Liter, Waschmaschinen zwischen 35 und 50 Liter pro Waschgang.
  • Anbringen eines Perlators. Dieser Strahlregler ist eine Düse, die einfach in den Auslauf des Wasserhahns geschraubt wird. Sie fügt dem Wasser Luft bei und es entsteht der Eindruck, dass mehr Wasser fließt, als es tatsächlich der Fall ist.
  • Anbringen eines Durchflussmengenreglers. Dieser wird an den Duschkopf oder die Waschbeckenarmatur geschraubt. Er reduziert den Wasserverbrauch und spart dadurch 30 bis 50 Prozent ein.

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