Hausbaulexikon – diese Wörter solltest du kennen (Teil 2)

Letzte Woche haben wir unser großes MUSTERHAUSPARK-Hausbaulexikon gestartet. Jetzt geht’s weiter mit den wichtigsten Begriffen für den Häuslbauer – wir machen dich zum Experten!


Wichtige Begriffe für den Hausbau

Im ersten Teil ging es um die Wörter von A bis E, diese Woche geht’s weiter von F bis Z. Wir erklären dir die Bedeutung von Begriffen wie Firstrichtung, Gründung oder Jahresarbeitszahl. So kannst du bei jeder Diskussionsrunde locker mithalten.


Farbtemperatur

Die Farbtemperatur ist das Maß für den Farbeindruck einer Lichtquelle und wird in Kelvin (K) angegeben. Sie drückt aus, ob eine Lichtquelle warmweiß, neutralweiß oder kaltweiß ist. Kaltweiß – das ist Tageslicht – hat beispielsweise eine Farbtemperatur von 6.500 K, warmweiß von unter 3.300 K.


Finanzierungsplan

Darin wird die Art der Geldbeschaffung für den Hausbau oder den Kauf einer Immobilie aufgelistet. Die Finanzierungsmittel werden dabei in Eigenkapital und Fremdkapital unterschieden. Der Finanzierungsplan sollte bis zum Ende der vereinbarten Zinsbindungsfrist laufen.


Firstrichtung

In vielen Gemeinden wird im Bebauungsplan eine Firstrichtung, die Laufrichtung der obersten Dachlinie des Hauses, vorgegeben. Diese muss bei der Planung unbedingt berücksichtigt werden, da sie maßgeblichen Einfluss auf die Lichtverhältnisse in den Räumen hat.


Fremdkapital

Dieses Kapital wird, wie der Name schon sagt, aus Fremdmitteln aufgebracht. Im Gegensatz zum Eigenkapital muss es zurückgezahlt werden, in der Regel mit Zinsen. Die Kapitalgeber – die Gläubiger – sind Geldinstitute wie Banken, Sparkassen, Versicherungen und Bausparkassen, oder andere Stellen wie Land, Bund, Gemeinde, aber auch Verwandte, Bekannte oder Arbeitgeber.


Fremdkapitalquote

Die Fremdkapitalquote misst den Verschuldungsgrad. Sie wird in Prozent zu den Gesamtkosten angegeben.


Grundbuch

Das Grundbuch ist ein öffentlich einsehbares Register, das ein Verzeichnis aller Grundstücke beinhaltet. Darin werden auch die daran bestehenden Eigentumsverhältnisse und eventuelle Belastungen angeführt. Es liegt beim jeweils zuständigen Bezirksgericht auf. Wenn du dich für ein Grundstück interessierst, solltest du unbedingt das Grundbuch einsehen. In diesem Blogbeitrag haben wir dazu ausführlich berichtet.


Grunderwerbssteuer

Die Grunderwerbssteuer gehört zu den Nebenkosten und beträgt im Normalfall 3,5 Prozent des Kaufpreises. Erst wenn du diese beglichen hast, händigt dir das Finanzamt eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Damit kannst du dein Eigentumsrecht ins Grundbuch eintragen lassen. Näheres zur Grunderwerbssteuer und den anderen Nebenkosten beim Kauf eines Fertighauses findest du in diesem Blogbeitrag.


Grundflächenzahl

Die Grundflächenzahl (GRZ) gibt an, wie das Verhältnis von überbautem Raum zur Grundstücksgröße sein darf.


Gründung

Bevor man mit den Bauarbeiten beginnen kann, wird der Boden entsprechend vorbereitet. Er muss ausreichend verdichtet werden, bevor man das Fundament setzt, damit das Haus einen sicheren Stand hat. Diese Vorbereitungen des Bodens nennt man Gründung.


Grundstückskosten

Zu den Kosten für den Erwerb eines unbebauten Grundstücks zählen:

  • Kaufpreis,
  • Kaufnebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Notargebühren, Grundbuchgebühren und
  • Erschließungskosten, falls das Grundstück noch nicht erschlossen ist.

Grundwasser

Es befindet sich unterhalb der Erdoberfläche und wird durch Versickerung oder den Zufluss von Seen und Flüssen gespeist. Grundwasser steht oder fließt im Erdreich und füllt unterirdische Poren und Hohlräume eines Gesteinskörpers aus. Diesen nennt man Grundwasserleiter.


Hausanschlussnische

Ist für dein Fertighaus kein Keller vorgesehen, wird im Haus eine Hausanschlussnische eingeplant. Darin werden der Zähler und Versorgungsleitungen untergebracht.


Hausstellung

Die Hausstellung bezeichnet die Endmontage auf der Baustelle, wo die einzelnen Teile des Fertighauses zum kompletten Haus zusammengebaut werden.


Hauswasserwerk

Das ist eine Pumpe mit einem angeschlossenen Druckbehälter, die über ein eigenes Leitungssystem Regenwasser zu Zapfstellen in Garten und Haus transportiert.


Immissionen

Bezeichnen das Einwirken von:

 

  • Verunreinigungen,
  • Lärm,
  • Strahlen,
  • Wärme und
  • Licht

auf die Umwelt, Menschen, Tiere, Pflanzen und Sachgüter. Davon abzugrenzen sind die Emmissionen, diese bezeichnen den Ausstoß dieser Störfaktoren in die Umwelt.


Jahresarbeitszahl

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist eine Kennzahl von Wärmepumpen. Sie gibt den tatsächlichen Verbrauch während der Nutzung an, mit Einbeziehung aller Betriebszustände, die im Jahr auftreten können. Eine optimale Wärmepumpe erreicht eine JAZ von 4 bis 5.


Katasterkarte

Diese wird auch Flurkarte oder Liegenschaftskarte genannt und ist eine maßstabsgetreue Darstellung aller Liegenschaften. Darin versehen sind:

  • Grundstücksgrenzen,
  • Grundstücksnummern,
  • bestehende Gebäude mit Hausnummern und
  • Straßennamen.

Kontrollierte Wohnraumlüftung

Wird das Haus nicht willkürlich durch Aufmachen der Fenster, sondern durch eine eingebaute Lüftungsanlage kontinuierlich mit Frischluft versorgt, spricht man von einer kontrollierten Wohnraumbe- und -entlüftung. Dabei werden die Räume einerseits mit gefilterter Frischluft versorgt und damit Schimmelbildung und Feinstaubbelastung vorgebeugt, andererseits kann die Abwärme genutzt und damit die Heizkosten gesenkt werden. Über die fünf Vorteile der kontrollierten Wohnraumlüftung haben wir in unserem Blog bereits informiert!


Konvektion

Durch unterschiedlich warme Luft- oder Flüssigkeitsschichten entstehen Bewegungen. Diese Wärmeübertragung nennt man Konvektion oder auch Wärmeströmung. Diese wird zum Beispiel genutzt, um Wärme von der Heizung im Keller zu den Heizkörpern in den Wohnräumen zu transportieren.


Leerrohr

Das ist ein in der Wand verlegtes Rohr, in dem elektrische Leitungen verlaufen. In einem Leerrohr kann man bei Bedarf die elektrischen Leitungen austauschen, ohne die Mauer aufstemmen zu müssen.


Mängelrüge

In einer Mängelrüge wird ein festgestellter Mangel schriftlich von einem Bausachverständigen oder vom Bauherren selbst an den Vertragspartner gemeldet und die Behebung des Mangels gefordert. Wie das genau funktioniert und was du bei Baumängeln beachten solltest, haben wir für dich in diesem Blogbeitrag zusammengefasst.


OK Bodenplatte

Die Abkürzung „OK“ steht hier nicht für okay, sondern für Oberkante. Findest du im Angebot des Fertighausherstellers die Formulierung „Oberkante Bodenplatte“, so bedeutet das, dass der ausgewiesene Preis ohne Legung eines Fundaments und den dazugehörigen Bodenarbeiten zu verstehen ist. Eine Bodenplatte wird gebaut, wenn du keinen Keller haben möchtest. Sie entspricht im Prinzip der Decke eines Kellers und ist die Grundlage des Fertighauses.


Passivhaus

Ein Passivhaus darf den Heizwärmebedarf (HWB) von 15 kWh/m2a nicht überschreiten. Durch eine luftdichte Gebäudehülle, die Rückgewinnung von Wärme aus der Abluft und weitere Maßnahmen kann das Passivhaus sogar ohne ein konventionelles Heizsystem beheizt werden; der Restwärmebedarf wird meist durch Solarenergie oder regenerative Energiequellen gedeckt.


Photovoltaik-Feuerwehrschalter

Das ist ein Schalter, der an einer leicht zugänglichen Stelle montiert wird und im Notfall die Photovoltaikanlage vom Stromnetz trennt.


Rauchabzug

Der Rauchabzug oder Kamin transportiert die Abgase von Feuerungsanlagen aus dem Haus.


Solarthermie

Die Solarthermie ist die Umwandlung von Sonnenstrahlung in nutzbare Wärmeenergie.


Temperaturmischer

Das ist ein Vorschaltgerät, welches das benötigte Warmwasser für z. B. die Waschmaschine auf die benötigte Temperatur bringt.


Trittschall

Der Trittschall ist eine spezielle Form des Körperschalls. Wenn beim Gehen auf einer Decke oder Treppe ein Schall entsteht, der durch die Bauteile oder auch hörbar als Luftschall in einen anderen Raum abstrahlt.


Vergleichswert

Dieser wird für ein Grundstück auf der Grundlage von Vergleichspreisen ermittelt. Dabei müssen die relevanten Kaufdaten aktuell sein und es muss eine ausreichende Anzahl von Grundstücken mit möglichst gleichen Eigenschaften herangezogen werden.


Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur ist jene Temperatur, mit der das wärmeübertragende Medium – meist Wasser – den Heizkessel verlässt und z. B. in die Leitungen der Bodenheizung gelangt.


Wärmebrücke

Wärmebrücken sind Bereiche im Gebäude, wo die Wärme aus dem Raum schneller nach außen gelangt als im übrigen Bereich des Bauteils bzw. Gebäudes. An Stellen, wo es schneller abkühlt, kann Kondensat oder Schimmel entstehen und auf längere Sicht können Schäden am Bauteil die Folge sein. Es gibt drei Varianten:

Formbedingte Wärmebrücke: überstehende Gebäudeecken.

Konstruktive Wärmebrücke: Verarbeitung verschiedener Baustoffe mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit.

Materialbedingte Wärmebrücke: Materialien in einem Bauteil mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit.


Zapfstelle

Das ist ein Fachbegriff für Warmwasser- oder Kaltwasserauslässe.


Zirkulationspumpe

Die Zirkulationspumpe sorgt in einem Warmwasserkreislauf dafür, dass an den Zapfstellen möglichst rasch das Wasser in der gewünschten Temperatur bereitsteht.


Quelle:

Unser Fertighaus-Handbuch – In neun Schritten ins perfekte Eigenheim Magnus Enxing, Michael Bruns/Stiftung Warentest, Berlin 2015