Die Bauabnahme

Die Bauabnahme ist ein feierliches Ereignis, denn an diesem Tag wird aus dem Bauprojekt Fertighaus dein Zuhause. Es ist der letzte große Schritt vor dem Einzug. Wie die Übergabe des Hauses abläuft und worauf du unbedingt achten solltest, erfährst du in unserem heutigen Blog-Beitrag.


Was ist die Bauabnahme beim Fertighaus?

Die Bauabnahme oder Schlussabnahme ist die Übergabe des Fertighauses an den Bauherren und markiert den Zeitpunkt, an dem aus dem Bauprojekt ein fertiges Gebäude wird. Im Fachjargon spricht man auch vom Übergang von der Herstellungsphase in die Nutzungsphase. Bei der Abnahme wird die Ausführung der Arbeiten im Übergabeprotokoll festgehalten. Arbeiten wie z. B. Keller oder Sanitärinstallationen, die von externen Handwerkern und Firmen durchgeführt wurden, werden separat abgenommen.


Der Ablauf

Dein Ansprechpartner des Fertighausanbieters macht mit dir einen Termin für die Übergabe aus, die im Haus stattfindet. Wir empfehlen dir auf jeden Fall, deinen Partner bzw. deine Partnerin oder eine andere Person mitzunehmen, ganz nach dem Motto: vier Augen sehen mehr als zwei. Denn bei der Abnahme solltest du ganz genau hinsehen. Sämtliche Arbeiten, die vom Fertighausanbieter durchgeführt wurden, werden gemeinsam gesichtet und in einem sogenannten Übernahmeprotokoll festgehalten. Sichtbare Mängel oder Beschädigungen müssen darin auch vermerkt werden, ebenso der Zeitraum in dem die Mängel behoben werden. Sogenannte verdeckte Mängel, die man erst später bemerkt, sind durch die Gewährleistung gedeckt, hier hat der Fertighausanbieter eine Nachbesserungspflicht. Über Baumängel und die Gewährleistung haben wir in diesem Blog-Beitrag bereits ausführlich berichtet. Nach Besichtigung und Protokollierung sämtlicher Leistungen wird das Abnahmeprotokoll von allen Beteiligten unterschrieben. Damit du dich bestmöglich auf den Termin vorbereiten kannst, ist es möglich, dass du einige Tage vor dem Termin – allein oder mit Begleitung – durch das Haus gehst und dir Notizen machst.


Das Abnahmeprotokoll

Dieses enthält folgende Informationen:

  • Ort, Uhrzeit und Datum
  • Name und Funktion aller anwesenden Personen
  • Dokumentation aller Unterlagen, die übergeben werden, z. B. Schlüssel oder Pläne
  • Dokumentation der Vorgehensweise, z. B. Beginn im Keller, dann obere Geschoße, Dach, zuletzt Begutachtung von außen
  • Dokumentation des Wetters
  • Dokumentation sichtbarer Mängel, schriftlich und mit Foto
  • Frist zur Mängelbehebung und Höhe des Einbehalts
  • Dokumentation der Bereiche, die nicht besichtigt werden konnten
  • Dauer der Abnahme

Rechtliches zur Bauabnahme

Die Übernahme zieht juristische Konsequenzen nach sich, denn damit nimmst du die erbrachte Leistung der Fertighausfirma ab und akzeptierst diese als vertragsgerecht. Die Verantwortlichkeiten gehen auf dich über, der Akt des Hauskaufs ist vollendet und die Firma hat Anspruch auf die Schlusszahlung. Zudem beginnt der Gewährleistungszeitraum, ab jetzt musst du eventuelle Mängel nachweisen.


Auf was sollte ich achten?

Im Unterschied zum Baumeister- oder Architektenhaus ist die Abnahme beim Fertighaus ein größerer Schritt, da alle Leistungen – bis auf Fundamentplatte bzw. Keller – auf einmal abgenommen werden müssen. Das hat den Vorteil, dass für das ganze Haus eine einheitliche Gewährleistungszeit gilt. Wegen des höheren Aufwands zahlt es sich aus, einen Sachverständigen beizuziehen, damit dir ein Profi zur Seite steht. Das kann ein Ziviltechniker sein, ein Baumeister oder ein Mitarbeiter eines Prüfinstitutes. Außerdem solltest du Folgendes mitnehmen, um selbst die Leistungen überprüfen und protokollieren zu können:

  • Papier und Stift
  • Maßband
  • Kamera
  • Wasserwaage
  • Kerze – damit kannst du einen Luftzug erkennen
  • Taschenlampe
  • Leistungsbeschreibung
  • Protokoll der Bemusterung 

 


Bauabnahme verweigern

Es gibt einen Fall, bei dem du die Bauabnahme sogar verweigern kannst bzw. solltest: wenn dir bei der Abnahme grobe Mängel auffallen. Keinesfalls darfst du das Abnahmeprotokoll unterschreiben, wenn nicht alles in Ordnung ist. Die Folgen wären fatal, denn damit akzeptierst du die Mängel durch die Übernahme! Bei uns im MUSTERHAUSPARK bist du übrigens schon mal auf der sicheren Seite, denn unsere 24 Fertighaushersteller sind die renommiertesten in der Branche und verkaufen allein im MUSTERHAUSPARK über 1.000 Häuser pro Jahr. Als führender Anbieter in Österreich können wir dir kompetente Partner während des gesamten Bauprojekts zur Seite stellen.


Letzte Behördengänge

Hast du die Abnahme erfolgreich erledigt, bleibt noch eines zu tun: die Baufertigstellungsmeldung bei der Baubehörde. Je nach Bundesland benötigst du dafür unterschiedliche Befunde und Gutachten, informiere dich am besten bei deiner Gemeinde, was du alles vorlegen musst. Mit der Fertigstellungsanzeige und dem Energieausweis gehst du dann noch zur Wohnbauförderungsstelle, die die restlichen Förderungsmittel ausbezahlt.


Checkliste Unterlagen

Diese Unterlagen benötigst du für die Abnahme bzw. für die Baufertigstellungsmeldung bei der Baubehörde:

  • Hauspläne
  • Baugenehmigung
  • Energieausweis
  • Abnahmeformular vom Schornsteinfeger
  • Abwasserprotokoll
  • Erklärung zur plangemäßen Ausführung der Fertighausfirma 

Du hast noch Fragen? MUSTERHAUSPARK hilft dir gerne weiter! Nimm Kontakt zu uns auf unter +43-6225-28028 oder office@musterhauspark.at.


Quellen:

  • Fertighaus & Recht Martin Gruber, Erwin Bruckner/Verein für Konsumenteninformation (Hrsg.), Wien 2012, 2. akt. Aufl.
  • Unser Fertighaus-Handbuch – In neun Schritten ins perfekte Eigenheim Magnus Enxing, Michael Bruns/Stiftung Warentest, Berlin 2015
  • Kauf und Bau eines Fertighauses Peter Burk /Verbraucherzentrale NRW, Düsseldorf 2014

Kategorie: