Den Grundriss für mein Haus planen

Der Grundriss für das moderne Einfamilienhaus hat sich durch den gesellschaftlichen Wandel und den veränderten Medienkonsum stark gewandelt. Wir erklären dir, worauf du bei der Raumaufteilung achten solltest und welche Grundriss-Arten es gibt.


Neuer Wohnraum im Trend

Ändert sich die Gesellschaft, spiegelt sich das auch im intimsten Lebensbereich jedes einzelnen wider: im privaten Wohnraum. Das moderne Rollenverhältnis von Frauen und Männern hat sich in der Architektur manifestiert und die Raumaufteilung maßgeblich verändert. Die Fertighaushersteller im MUSTERHAUSPARK tragen den Ansprüchen modernen Wohnens Rechnung und bieten eine Vielzahl an verschiedenen Grundrissen – die wiederum individuell an jeden Häuslbauer und an jede Häuslbauerin angepasst werden.


Was ist der Grundriss?

Per Definition ist der Grundriss der Plan für die Lage der einzelnen Räume in einem Haus. Er bildet die unterschiedlichen Wohntypen eines Hauses ab und richtet sich nach dem Familienleben bzw. nach den Lebensgewohnheiten der Bewohner. Am Beginn des Planungsprozesses wirst du einige Entwürfe für den Grundriss zeichnen. Denn genau das ist die Planung: ein Prozess, der sich entwickelt. Lass dir daher für diese Phase genug Zeit, denn während man sich mit der Materie beschäftigt, kommt man auf vieles drauf und kann so den perfekten Grundriss entwickeln. Binde in dieser Phase deinen Fertighausberater eng mit ein und profitiere von seinen Erfahrungen im Hausbau.


Auflösung der klassischen Raumverteilung

Der Trend zur Auflösung der klassischen Raumverteilung im Erdgeschoß ist seit Jahren anhaltend und hat die gesamte Struktur deutlich verändert. Die strenge, räumlich abgetrennte Unterteilung in Küche, Esszimmer und Wohnzimmer, wie es früher üblich war, findet man heute kaum noch. Diese Bereiche des alltäglichen Lebens zeichnen sich durch einen fließenden Übergang aus. Der Grund liegt in den gesellschaftlichen Veränderungen. Während früher die Hausfrau allein in der Küche für die Familie kochte und dann im Esszimmer die Speisen servierte, der Mann anschließend im Wohnzimmer sein Nickerchen hielt, während die Kids im Kinderzimmer waren, ist heute das Familienleben von einem Gemeinschaftsgefühl geprägt. Davon abgesehen, dass die Frauen heute auch berufstätig sind, die Männer kochen und der Haushalt auf beide Partner verteilt wird, ist das gesamte Familienleben von Kommunikation und gemeinsamer Beschäftigung geprägt. Während die Eltern gemeinsam kochen, machen die Kinder am Esstisch Hausaufgaben oder spielen im Wohnzimmerbereich.


Kochen als Freizeitaktivität

Dazu kommt, dass nach dem Boom von Fertiggerichten und Fast Food das Kochen als Freizeitaktivität ein Teil des modernen Lifestyles geworden ist. Wäre es früher unschicklich gewesen, Freunde einzuladen und dann noch in der Küche zu werken, ist es heute ganz normal, vor den Gästen zu kochen – oder sogar mit den Gästen. Der Abwasch wird nebenbei erledigt, während man sich mit den Freunden unterhält.


Das neue Wohnzimmer

Durch den veränderten Medienkonsum, der dank WLAN und Laptop zunehmend ortsunabhängig ist, erfährt das Wohnzimmer einen grundlegenden Wandel. Es braucht keine räumlichen Trennungen mehr, Gäste-WC, Windfang und Abstellraum sind heute oft die einzigen separaten Einheiten im Erdgeschoß. Küche, Ess- und Wohnzimmer verschmelzen zu einem großen Wohnbereich, der den zentralen Sammelpunkt für die ganze Familie darstellt.


Tipps für die Grundrissplanung

Keinen Wohnraum verschwenden:

  • Über Ess- und Wohnzimmer werden andere Räume erschlossen und dadurch wird die Verkehrsfläche mehrfach genutzt. Dabei Diagonalverkehr durch den Raum vermeiden, Türen sollten gegenüberliegen!
  • Offenes Wohnen reduziert Materialkosten und macht auch bei kleiner Raumgröße einen großzügigen Eindruck.
  • Sind die Zimmer gleich groß, können sie ohne Umbau und Aufwand für verschiedene Zwecke genutzt werden: Aus dem Kinderzimmer wird später ein Hobbyraum, aus dem Gästezimmer das Zimmer für ein weiteres Kind ...
  • Kinderzimmer nicht zu klein planen, da sich Kinder in diesen Räumen viel aufhalten.
  • In jedem Geschoß sollte sich ein WC (optimal auch ein Bad) befinden.

Größe der Räume

Folgende Richtwerte gelten für die verschiedenen Räume (vgl. Bühl, Seeger, Ullmann 2016, 57):

 

  • Wohnraum (ohne Essbereich): 30 m²
  • Essbereich: 9 m²
  • Wohnen und Essen: 40 m²
  • Schlafzimmer: 14 m²
  • Kinderzimmer: 12–16 m²
  • Küche: 9 m²
  • Bad: 9 m²

Als Faustregel gilt: 72 Prozent der Gesamtfläche des Hauses sollten für Wohn-, Schlaf-, Arbeitsräume und Kinderzimmer eingeplant werden, 18 Prozent für Bad, Küche und Stauraum. Nur zehn Prozent sollten für die Verkehrsfläche, also Gang, Diele und Stiege, verwendet werden.


Grundriss-Arten

Es gibt vier Arten von Grundrissen, die sich nach Ausrichtung der Räume unterscheiden und dadurch Auswirkungen auf den gesamten Baukörper haben.

  1. Offener Grundriss: Große, multifunktionale Räume, wie der oben beschriebene Küchen-, Ess- und Wohnbereich. Hier sind gestalterisch keine Grenzen gesetzt. Offene Grundrisse findet man hauptsächlich im Erdgeschoß, selten im Obergeschoß.
  2. Einseitig orientierter Grundriss: Die Räume orientieren sich am Gang, der auf einer Seite liegt und so die Ausrichtung der Zimmer auf eine bestimmte Seite ermöglicht. So liegen etwa die Schlafzimmer auf der schöneren, helleren oder ruhigeren Grundstücksseite, während Bad und Stiegenhaus auf der weniger gefragten Seite liegen, wo z. B. der Straßenlärm zu hören ist. Nachteil: Bei diesem Grundriss ist die Raumtiefe gering und der Baukörper länger, die Gebäudehülle ist dementsprechend größer, was zu höheren Baukosten führt.
  3. Zweiseitig orientierter Grundriss: Der Gang bildet eine Mittelachse, von dem aus auf beiden Seiten die Räume abzweigen. Das ermöglicht viel Licht in den Zimmern. Nachteil: Der Gang ist eher dunkel.
  4. Zentral orientierter Grundriss: Dieser Grundriss ist bewusst weniger raumgreifend, die Zimmer gehen sternförmig von dem in der Mitte liegenden Gang ab. Auch hier sind die Räume hell, der Gang dunkel.

Hausgröße berechnen

Der Grundriss gibt den Nettowohnraum an. Um zu ermitteln, wie groß das ganze Haus wird, multipliziere die Quadratmeter aller geplanten Räume mit 1,3. So erhältst du die Bruttowohnfläche inklusive Platz für Stützen, Wände, Leitungen und Schornstein. Tipp: Die Fläche von Balkon, Loggia oder Dachterrasse wird übrigens nur zu einem Viertel bis maximal zur Hälfte als Wohnfläche angerechnet. Auch beim Dachgeschoß gibt es Abstriche: Flächen mit einer Höhe von unter einem Meter werden nicht angerechnet, Flächen mit einer Höhe zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte.


Checkliste Räume

Diese Raumvarianten können vorgesehen werden:

 

  • Wohn-Ess-Zimmer inklusive Küche
  • Wohnzimmer
  • Esszimmer
  • Küche
  • Schlafzimmer
  • Kinderzimmer
  • Arbeitszimmer
  • Gästezimmer
  • Bad
  • WC
  • Näh- und Bügelzimmer
  • Abstellraum
  • Wasch- und Trockenraum
  • Windfang, Vorzimmer
  • Garderobe
  • Stiegenhaus bei mehreren Geschoßen
  • Hobbyraum
  • Saunaraum
  • Garage oder Doppelgarage
  • Abstellraum für Fahrrad, Gartengeräte und Sportgeräte

Ob ebenerdig oder mit mehreren Stockwerken gebaut wird, hängt auch von der Grundstücksgröße ab. Der Trend geht klar in Richtung kleinere Bebauungsflächen, vor allem in Stadtgebieten. Häuser mit einem Obergeschoß bieten daher den Vorteil, dass mehr Platz für den Garten übrig bleibt. Zudem sorgt diese Bauweise für einen kompakten Baukörper, der aufgrund geringerem Material- und Arbeitsaufwand kostengünstiger ist. Nachteil des mehrgeschoßigen Einfamilienhauses gegenüber dem Bungalow: Die Barrierefreiheit ist schwieriger umzusetzen und die im Verhältnis zum Raum kleinere Dachfläche bietet weniger Platz für Solartechnik. Über die verschiedenen Dachformen haben wir im MUSTERHAUSPARK-Blog bereits berichtet. Auch die Vor- und Nachteile eines Kellers haben wir bereits ausführlich erörtert.


Ausrichtung mit der Sonne

Bei der Grundrissplanung ist auch die Ausrichtung des Hauses zu berücksichtigen. Idealerweise zeigen die Schlafräume nach Osten, damit man mit der Morgensonne aufsteht. Wohn- und Freizeiträume sollten nach Westen oder Süden ausgerichtet sein, wo man sich nachmittags und abends aufhält. Achte dabei auf eine ausreichende Beschattung, damit die Räume im Sommer nicht überhitzen. Nord-Zimmer werden eher nicht als Wohnraum verwendet, da so gut wie keine Sonnenstrahlen hereinkommen.


Planung braucht Zeit

Es kann gar nicht genug betont werden, wie wichtig eine gründliche Vorbereitung beim Hausbau ist. Denn je sorgfältiger du planst, desto geringer ist das Risiko von nachträglichen Änderungen. Während der Bauausführung können diese zu erheblichen Mehrkosten führen. Tipp: Besuch uns im nächstgelegenen MUSTERHAUSPARK in Eugendorf, Graz oder Haid und lass dich von unseren Fertighausberatern kostenlos und unverbindlich beraten.


Quellen:

Fertighaus & Recht Martin Gruber, Erwin Bruckner/Verein für Konsumenteninformation (Hrsg.), Wien 2012, 2. akt. Aufl.

Unser Fertighaus-Handbuch – In neun Schritten ins perfekte Eigenheim Magnus Enxing, Michael Bruns/Stiftung Warentest, Berlin 2015

Wir planen und bauen unser Haus – Das große Buch vom Hausbau Beate Bühl, Bettina Seeger, Matthias Ullmann/Verlag Georg D.W. Callwey, München 2016


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