Das Grundbuch

Was ist das Grundbuch, wie bekomme ich einen Grundbuchauszug und kann es wirklich jeder einsehen? Im heutigen MUSTERHAUSPARK-Blogbeitrag erklären wir dir alles Wissenswerte dazu.


Wieso ist ein Grundbuchauszug wichtig?

Bist du auf der Suche nach einem Grundstück für dein Fertighaus, dann kommst du am Grundbuchauszug nicht vorbei. Denn darin findest du alle Informationen, die du über deinen Bauplatz in spe benötigst. In Österreich werden die Eigentumsverhältnisse an Liegenschaften transparent und für jedermann zugänglich gemacht.


Was ist das Grundbuch?

Per Definition ist das österreichische Grundbuch ein öffentlich einsehbares Register, in dem sämtliche Grundstücke verzeichnet sind sowie die daran bestehenden Eigentumsverhältnisse und eventuelle Belastungen. Das Grundbuch liegt beim zuständigen Bezirksgericht auf. Jeder, der ein Grundstück kaufen möchte, sollte es einsehen, denn nur so können die Angaben des Verkäufers geprüft werden.


Das ist im Grundbuch enthalten

Das Grundbuch besteht aus dem sogenannten Hauptbuch und der Urkundensammlung. Das Hauptbuch enthält für jedes eingetragene Grundstück eine Einlagezahl, kurz EZ. Diese Einlagezahl wiederum beinhaltet drei Blätter: das Gutsbestandsblatt, das Eigentumsblatt und das Lastenblatt.


1. Das Gutsbestandsblatt

Das Gutsbestandsblatt wird auch A-Blatt genannt. Darin stehen Größe, Widmungsart sowie die am Grundstück bestehenden Rechte und öffentlich-rechtlichen Beschränkungen. Dabei ist zu beachten, dass die Widmungsart nicht immer aktuell sein muss, da es bei Änderungen einige Zeit dauern kann, bis diese im Gutsbestandsblatt eingetragen werden. Steht darin der Verweis „Änderung in Vorbereitung“, so kann es z. B. bedeuten, dass das Grundstück in mehrere Parzellen aufgeteilt wird.


2. Das Eigentumsblatt

Das Eigentumsblatt oder B-Blatt zeigt, wer der Eigentümer des Grundstücks ist. Gibt es mehrere Eigentümer, scheinen die jeweiligen Anteile auf. Außerdem wird die Art angegeben, wie der Eigentümer in den Besitz der Liegenschaft gekommen ist, ob er es z. B. geerbt oder gekauft hat. Daneben steht die sogenannte Tagebuchzahl. Mit Hilfe dieser Zahl findest du in der Urkundensammlung die dazugehörende Urkunde.


3. Das Lastenblatt

3. Das Lastenblatt, auch als C-Blatt bezeichnet, zeigt die Belastungen an, die mit der Liegenschaft verbunden sind, wie Hypotheken, Veräußerungsverbote, etc. Auch hier findest du dazu eine Tagebuchzahl, mit der du die entsprechende Urkunde finden kannst.


Die Katastermappe

Wenn du die Einlagezahl nicht kennst, kannst du das Grundstück über die Katastermappe finden. Das ist eine Landkarte, in die alle Grundstücke eingetragen werden. Sie liegt beim Vermessungsamt der Bezirkshauptmannschaft auf, man kann sie aber auch elektronisch beim Bezirksgericht einsehen.


Die Urkundensammlung

Das Bezirksgericht führt die Urkundensammlung für das Grundbuch. Im Jahr 2006 wurde diese auf computerunterstützte Datenverarbeitung umgestellt und in die Grundstücksdatenbank aufgenommen. Nach 2006 eingetragene Urkunden sind also bequem über das Internet abrufbar, für ältere Urkunden muss man das Bezirksgericht aufsuchen.


So kommst du zu einem Grundbuchauszug

Interessierst du dich für eine bestimmte Liegenschaft und möchtest eine Abfrage machen, musst du zum zuständigen Bezirksgericht gehen. Dort erhältst du entweder mündlich oder schriftlich Auskunft. Die mündliche Auskunft ist gratis, die schriftliche kostet 13 Euro. Im Hauptbuch mit den drei Blättern kannst du Liegenschaften in ganz Österreich abfragen, da es ebenfalls auf die computerunterstützte Datenverarbeitung umgestellt wurde. Es hat übrigens auch jeder Anwalt und Notar, jede Gemeinde und jedes Kreditinstitut Zugang zum Grundbuch.


Wie macht man eine Grundbucheintragung?

Die Eintragung des Eigentumsrechts ins Grundbuch nennt man Verbücherung. Laut dem österreichischen Eintragungsgrundsatz bist du nur Eigentümer einer Liegenschaft, wenn du auch im Grundbuch stehst. Erst mit der Eintragung wird das Eigentum rechtlich wirksam. Davon ausgenommen sind zwei Fälle: Wenn du das Grundstück erbst und wenn du es ersteigerst. Hierbei gehört es rechtlich bereits dir, wenn du die Urkunde erhältst. Übrigens gilt auch beim Grundbuch: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“ Möchte noch jemand anderes sein Eigentum anmelden, wird jenem Antrag stattgegeben, der zeitlich als erstes einlangt. Kaufst du eine Liegenschaft, stellst du ein sogenanntes Grundbuchgesuch. Dafür benötigst du die notwendigen Urkunden. Da die Formulierung des Antrags rechtlich korrekt sein muss, ist es ratsam, diese durch einen Rechtsanwalt oder Notar verfassen zu lassen.


Was kostet die Grundbucheintragung?

Die Eingabegebühr beträgt für das Grundbuchgesuch 44 Euro, stellst du den Antrag nicht über das Internet, kostet sie 62 Euro. Dazu kommt noch die Eintragungsgebühr. Diese macht 1,1 Prozent vom Wert des Rechts aus, das ist i. d. R. der Kaufpreis des Grundstücks. Weitere Informationen findest du beim Bundeskanzleramt.


Informationsquelle MUSTERHAUSPARK-Blog

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Quellen:

Fertighaus & Recht
Martin Gruber, Erwin Bruckner/Verein für Konsumenteninformation (Hrsg.), Wien 2012, 2. akt. Aufl.

www.help.gv.at

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