Bedarfsermittlung – wie viel Wohnraum brauche ich?

Wie viele Räume soll mein zukünftiges Haus haben und wie groß sollen sie sein? Das will gut überlegt sein, denn ist man dann mitten in der Bauphase, lässt sich der Grundriss nur noch schwer ändern. Wir sagen dir, worauf es bei der Bedarfsermittlung und der Wohnflächenberechnung ankommt!


Am Anfang war der Plan

Die persönliche Bedarfsermittlung ist der allererste Schritt der Planungsphase beim Bau eines Fertighauses. Wie groß das Haus werden soll, hängt dabei wesentlich von deinen Bedürfnissen und denen deiner Familie ab. Und davon, welchen Bedarf du in Zukunft und in unterschiedlichen Lebensphasen haben wirst. Soll einmal die Oma bei dir wohnen, wenn sie alt ist? Was geschieht mit den Kinderzimmern, wenn die Kids ausgezogen sind? Möchtest du irgendwann einen Teil als Einliegerwohnung vermieten? Oder vergrößern und anbauen? Welche Räume sollten multifunktional angelegt werden, also bei Bedarf auch anders nutzbar sein? Du siehst, die Angelegenheit ist gar nicht mal so einfach. Es ist unbedingt ratsam, sich vorab Gedanken zu machen und alle Eventualitäten durchzugehen. Auf der Skizze können eine Mauer oder ein Fenster ganz einfach versetzt werden, in der Bauphase ist dies nur noch eingeschränkt möglich bzw. finanziell aufwendig.


Ideen und Wünsche sammeln

Für die erste Orientierung machst du dir am besten ein Bild von der Ist-Situation: Notiere dir, welche Räume du aktuell zur Verfügung hast und welche du gerne hättest. Schreibe auf, wo du dich wie oft und wie lange aufhältst. Frage die Personen, die mit dir im Haus leben werden, nach ihren Wünschen. Nimm Maß von deiner Garderobe, von Flur und Durchgängen, Fenstern und Wänden – so erhältst du ein Gefühl für die Größe eines Grundrisses. Im zweiten Schritt holst du dir Inputs von außen. Mach das Maßband zu deinem ständigen Begleiter, schau dir Häuser von Bekannten und Verwandten an und klappere den Markt ab. Wie groß sind die gängigen Grundrisse von Fertighäusern?


Inspiration MUSTERHAUSPARK

In unseren MUSTERHAUSPARKS in Eugendorf, Graz und Haid hast du die Möglichkeit, in den voll eingerichteten Musterhäusern ein Gefühl für den eigenen Raumbedarf zu bekommen. Du kannst die Modelle nach Herzenslust besichtigen und dich in Sachen Zimmeraufteilung und Dimensionierung inspirieren lassen. Du hast sicher eine Menge Fragen – dabei bist du bei uns genau richtig! In jedem Musterhaus steht dir ein Fertighausberater zur Seite, der dir mögliche Varianten erklärt und Angaben zu Wohnflächen macht.


Was zählt zur Wohnfläche?

Per Definition zählen zur Wohnfläche Räume, die – wie der Name schon sagt – bewohnt werden: Wohnbereiche, Küche, Bad und WC, aber auch der Gang und an die Wohnräume angeschlossene Abstellräume zählen dazu. Nicht zur Wohnfläche gehören der Keller, das Stiegenhaus und die Garage.


Sonderfälle

Zur Wohnfläche gehören übrigens auch Wintergärten, aber nur, wenn sie beheizt sind. Balkone und Terrassen zählen je nach Lage und Ausstattung zu 25 bis 50 Prozent als Wohnfläche. Aufpassen beim Dachgeschoß: Dachschrägen mit ein bis zwei Metern Höhe zählen zu 50 Prozent als Wohnfläche.


Unterschied zwischen Wohnfläche und Nutzfläche

Räume können Wohn- und Nutzfläche zugleich sein, wobei letztere immer einem bestimmten Zweck dient. Etwa für Büroarbeit, Pflege, Produktion, Lager und Verkauf, Unterricht und Kultur oder eben Wohnen. Der Begriff Nutzfläche wird also auch für das Gewerbe benutzt.


Checkliste für deinen Raumbedarf

Überlege dir anhand der nachfolgenden Checkliste von Enxing und Bruns (2015, S. 81), welche Räume dein Fertighaus haben sollte:

Keller

  • Hobbyraum für Freizeit und Party
  • Werkstatt
  • Waschküche mit eventuell separatem Trockenraum
  • Speisekammer
  • Raum für Haustechnik
  • Wellnessräumlichkeiten für Sauna, Fitness 

Erdgeschoß

  • Küche
  • Wohnzimmer
  • Esszimmer
  • Garderobe
  • WC
  • Arbeitszimmer
  • Gästezimmer
  • Diele
  • Windfang
  • Anbauten, z. B. Garage, Geräteschuppen 

Erster Stock

  • Elternschlafzimmer
  • Ankleideraum
  • Elternbad
  • Kinderzimmer
  • Zweites Kinderzimmer
  • Kinderbad
  • Gästezimmer
  • Balkon/Loggia 

Dachgeschoß

  • Lese-/Musikzimmer 

 

 

 


Tipps für die Wohnfläche

Diese Fragen helfen dir zu erkennen, was dein Haus alles leisten muss:

 

  • Ist in der Garderobe genügend Platz für Jacken und Schuhe, auch für die der Gäste, vorhanden?
  • Auf welcher Seite sollen die Zimmer liegen? Wie sind die Lichtverhältnisse, wo möchte ich morgens oder abends die Sonne genießen? Welche Räume können zur Straße hin liegen?
  • Wie hoch sollen die Räume sein?
  • Welche Zimmer kann man bei Bedarf umfunktionieren? Z. B. das Kinderzimmer als Hobbyraum oder das Gästezimmer als Büro ...
  • Möchte ich grundsätzlich bei Gang, Treppe, Küche und Wohn-Esszimmer einen offenen Grundriss oder nicht? 

Weiters ist Barrierefreiheit ein Thema, das du schon jetzt durchdenken solltest. In diesem Blog-Beitrag haben wir ausführlich darüber berichtet.


Richtwerte für Räume

Wie viele Quadratmeter welches Zimmer haben soll, bleibt letzten Endes dir überlassen. Als Richtwert gilt: Der Wohnraum – ohne Essplatz – beträgt in etwa 30 m2. Rechne für Küche und Essplatz jeweils 9 m2, für das Schlafzimmer 14 m2. Ein Kinderzimmer sollte in etwa 12 m2 groß sein, ein Bad mit Toilette 9 m2.


Errechne die Bruttowohnfläche

Tipp: Möchtest du anhand deines ermittelten Wohnflächenbedarfs ausrechnen, wie groß das Haus wird, multipliziere die Quadratmeter aller Zimmer mit 1,3. Damit erhältst du die Bruttowohnfläche inklusive Platz für Wände, Stützen, Schornstein etc.


Du hast ein Konzept für deinen Wohnraum erstellt und möchtest wissen, ob es auch umsetzbar ist und in dein Budget passt? Komm vorbei bei uns im MUSTERHAUSPARK und lass dich unverbindlich beraten! Wir freuen uns auf deinen Besuch.


Quellen:

Wir planen und bauen unser Haus – Das große Buch vom Hausbau

Beate Bühl, Bettina Seeger, Matthias Ullmann/Verlag Georg D.W. Callwey, München 2016

Unser Fertighaus-Handbuch – In neun Schritten ins perfekte Eigenheim Magnus Enxing, Michael Bruns/Stiftung Warentest, Berlin 2015

Kauf und Bau eines Fertighauses Peter Burk/Verbraucherzentrale NRW, Düsseldorf 2014

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