Was du über die Baudurchführung wissen solltest

Sobald du die Baubewilligung erhalten hast, geht es ans Eingemachte. An erster Stelle steht jetzt die Erstellung des konkreten Terminplans, in enger Absprache mit der Fertighausfirma. Es wird koordiniert, wann der Keller bzw. die Fundamentplatte errichtet, wann das Fertighaus montiert wird und wann eventuelle Zusatzarbeiten von weiteren externen Firmen und Handwerkern durchgeführt werden. Diese müssen jetzt beauftragt werden.


Der gesetzliche Rahmen

In dieser Bauphase tritt das Bauarbeitenkoordinationsgesetz in Kraft. Das bedeutet, dass du einen Planungs- und Baustellenkoordinator bestellen musst. Es ist immer dann notwendig, sobald auf der Baustelle – gleichzeitig oder aufeinanderfolgend – Arbeitnehmer von zwei oder mehr Unternehmen tätig sind. Die Bestellung eines Koordinators ist also nur dann nicht notwendig, wenn ausschließlich die Fertighausfirma auf der Baustelle beschäftigt ist und du z. B. den Rest in Eigenarbeit erledigst. Das Bauarbeitenkoordinationsgesetz ist ein Bundesgesetz und steht damit über den jeweiligen Landesbauvorschriften. Die Bestellung muss schriftlich erfolgen, optimalerweise vor der Auftragsvergabe und auf jeden Fall vor Arbeitsbeginn. In Frage kommen fachlich qualifizierte Personen wie Baumeister oder Ziviltechniker. Tipp: Dein Ansprechpartner von der Fertighausfirma berät dich gerne über eine kostengünstige Lösung.


Die Vorbereitung auf der Baustelle

Diese Punkte gehören zur Baustellenvorbereitung und sollten vor Baubeginn erledigt werden:

  • Baustrom: Abklären, ob 230 oder 380 Volt benötigt werden.
  • Wasseranschluss
  • Baustellen-WC: Kann im Fachhandel gemietet werden. Macht Sinn, auch wenn es vertraglich nicht verpflichtend ist.
  • Versicherungsnachweis: Wird von den meisten Anbietern verlangt. Die Versicherung sollte jedenfalls vor der Errichtung des Kellers abgeschlossen werden. Näheres zu den nötigen und empfohlenen Versicherungen gibt’s in diesem Blogbeitrag.
  • Auf der Baustelle einen Platz für den Erdaushub einplanen, wo dieser zwischengelagert werden kann. Beim Bau eines Kellers benötigt man diesen zum Hinterfüllen der Kellerwände. Tipp: Humus aufheben, den brauchst du für die Gartengestaltung!
  • Behördengänge: Bekanntgabe des Bauführers für Keller oder Fundamentplatte an die Baubehörde und Anzeige des Baubeginns – falls in deinem Bundesland vorgeschrieben.

Errichtung von Keller oder Fundamentplatte

Wenn du dich selbst um den Keller oder die Fundamentplatte kümmerst, bekommst du von der Fertighausfirma einen Plan mit den detaillierten Anforderungen und Maßen, wie:

 

  • Abmessungen – Länge und Breite,
  • Angaben zu erforderlichen Aussparungen für Sanitärinstallationen – Wasser und Abwasser und
  • Platz für Rauchfang und Treppe, falls du einen Keller baust.

Die Fundamentplatte bzw. die Kellerdecke muss ganz genau nach diesem Plan errichtet werden, bei der Deckenebene darf es z. B. nur einen halben Zentimeter Höhenunterschied geben. Die Toleranz für Abweichungen ist deshalb so gering, da das Fertighaus sonst nicht oder nur mit teuren Umbauarbeiten montiert werden kann. Ist der Keller oder die Fundamentplatte errichtet, meldest du dies an die Fertighausfirma und machst einen Termin für die Überprüfung der Abmessungen aus. An diesem Termin solltest du unbedingt teilnehmen oder einen Vertreter schicken. Die Ergebnisse der Überprüfung werden in einem Protokoll festgehalten.


Zufahrtsmöglichkeiten abklären

Für die Aufstellung des Hauses braucht es einen Sattelschlepper und Kran. Besprich mit dem Fertighausanbieter die Bodensituation und bestimme den Standplatz für den Montagekran. Im Schwenkbereich des Krans dürfen natürlich keine Leitungen im Weg sein. Der Schwertransporter benötigt einen belastbaren Boden, ansonsten müssen die einzelnen Teile auf kleinere Lkw umgeladen und einzeln zur Baustelle transportiert werden.


Arbeiten vor dem Montagetermin

Nach dem Überprüfungstermin erhältst du den Montagetermin für das Fertighaus. Davor sollten noch folgende Punkte erledigt werden:

  • Behebung eventueller Mängel an Kellerdecke oder Fundamentplatte.
  • Kellerabgang bzw. Deckenaussparung sichern
  • Die Baugrube um den Keller muss hinterfüllt, die Fenster oder Lichtschächte abgedeckt sein.
  • Steht das Haus in Hanglage und der Keller ragt an einer Seite aus dem Erdreich, muss an dieser Wand ein Gerüst aufgestellt werden.
  • Wo wird der Bauschutt gelagert, wird ein Container aufgestellt?

Die Montage des Fertighauses

Es ist der große Tag beim Bau des Fertighauses: die Montage! Nicht selten finden sich an diesem Tag auch schaulustige Nachbarn ein, um die spektakuläre Errichtung eines ganzen Hauses in kürzester Zeit zu erleben. Die im Werk vorgefertigten Wand- und Deckenelemente werden zur Baustelle transportiert. Auch du als Bauherr wirst – am besten mit der Kamera gerüstet – vor Ort sein und Fotos von der Montage machen. Mit dem Aufstellen der Wände ist es freilich noch nicht getan. Die gesamte Montagezeit dauert in der Regel vier bis acht Werktage. Zum Schluss steht noch die Bauabnahme an, dazu haben wir in diesem Blogeintrag bereits ausführlich berichtet.


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Bleibt nur noch zu sagen: Viel Spaß in deinem neuen Traumhaus! Und falls du Inspirationen suchst, komm doch einfach bei uns im MUSTERHAUSPARK in Eugendorf, Haid oder Graz vorbei und entdecke unter den insgesamt 61 voll ausgestatteten Musterhäusern dein zukünftiges Zuhause. Hast du Fragen? Wir helfen dir gerne weiter unter +43-6225-28028 oder office@musterhauspark.at.


Quelle:

Fertighaus & Recht Martin Gruber, Erwin Bruckner/Verein für Konsumenteninformation (Hrsg.), Wien 2012, 2. akt. Aufl.

Datum: 19.04.2018

Kategorie: Bauphasen


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