Fertighaus mit Keller - ja oder nein?

O.K. – dieses Kürzel solltest du dir bei der Planung deines Traum-Fertighauses gut merken. Die beiden Buchstaben stehen für Oberkante Kellerdecke. Fast alle Fertighaushersteller liefern auf Basis O.K. Das bedeutet, dass das Betonfundament, auf welches das Haus errichtet werden soll, bei der Lieferung fixfertig sein muss. Und schon sind wir mittendrin im Thema unseres heutigen Blogs. Wir möchten deine Fragen beantworten, ob du für dein Fertighaus überhaupt einen Keller brauchst, worauf du bei der Planung aufpassen musst und welche Alternativen es gibt.


Stauraum und zusätzliche Wohnfläche

Beginnen wir beim Grundsätzlichen: Moderne Baustoffe und Bautechniken ermöglichen es heute, einen Keller bei sorgfältiger Planung in vielfältiger Weise zu nutzen: als Stauraum, für eine Wellnessoase, ein Fitnessstudio, die gemütliche Kellerbar und manchmal sogar als zusätzlicher Wohnraum oder das Homeoffice! Ein Keller schafft relativ kostengünstig zusätzliche Nutzfläche im Fertighaus, ohne die unbebaute und zumeist sehr sehr teure und knapp bemessene Fläche eines Grundstücks zusätzlich einzuschränken. Zudem leistet er als Klimapuffer zum Untergrund einen wertvollen Beitrag zur Senkung der Energiekosten.


Wertsteigerung der Immobilie

Eines steht fest: Auch wenn ein Keller im Bau zwar relativ geringe, aber trotzdem zusätzliche Kosten verursacht, so ist er in jedem Fall die günstigste Lösung für die Erweiterung der Netto-Nutzfläche. Müssten diese Räume sozusagen in die Höhe gebaut oder gar ein Anbau errichtet werden, fielen dafür weitaus höhere Kosten an. „Die Entscheidung, ob Keller, nur Fundament oder Bodenplatte für ein Haus gewählt wird, muss jedoch unbedingt vor dem Bau getroffen werden. Nachträglich kann ein Fertighaus nicht mehr unterkellert werden und viele Bauherren bereuen bereits nach kurzer Zeit, die im Vergleich zu den Gesamtkosten relativ gering ausfallenden Kosten für einen Keller nicht in Kauf genommen zu haben“, erklärt Frank Huber, Geschäftsführer der Zement + Beton. Für den Bauherren spielt bei dieser Überlegung zusätzlich noch ein in die Zukunft gerichteter finanzieller Aspekt eine Rolle, denn laut Umfragen unter Immobilienmaklern erzielen Häuser mit Keller einen um rund ein Viertel höheren Verkaufserlös als Objekte ohne Keller. Der Keller trägt so zu einer deutlichen Wertsteigerung der gesamten Immobilie.


Bodenplatte als Alternative

Freilich ist eine bloße Bodenplatte viel preiswerter als ein Keller. In Österreich ist das Verhältnis „Fetighaus mit“ zu „Fertighaus ohne Keller“ rund 50:50, regional unterschiedlich. Eines solltest du bedenken: Wenn du dein Fertighaus auf einer Bodenplatte errichten lässt, brauchst du einen zusätzlichen Raum für Haustechnik und Heizung. Die Anbieter meistern dieses Thema, indem sie zum Beispiel ins Erdgeschoß einen Hausarbeits- bzw. Werkraum mit einplanen, wo dann die Haustechnik untergebracht ist. Aber diese Lösung kostet natürlich Wohnfläche. Manche Anbieter empfehlen vor dem Haus eine Kombination aus Carport/Garage und Haustechnikraum, möglich wäre auch ein Flüssiggas-Tank im Garten oder die Unterbringung der Gastherme samt Heizzentrale im Dachboden.


Fertigkeller im Trend

Das Erfolgsgeheimnis des Fertighauses kommen auch beim Bau eines Kellers zum Tragen. Denn längst bieten sich sogenannte Fertigkeller als gute Lösung an. Die Vorteile: Der Keller wird zum vereinbarten Termin in perfekter Qualität und zum fixen Preis geliefert. Errichtet wird der Keller im Handumdrehen. Bei sorgfältiger Planung kann ein Keller innerhalb von einer Woche fertiggestellt werden. Hierzu werden die einzelnen Betonfertigteile im Betonwerk völlig wetterunabhängig gemäß den Bauplänen hergestellt. Dabei werden sowohl Fenster- und Türöffnungen als auch Leerrohre, Installationsschlitze oder Ablaufleitungen bereits berücksichtigt. Die fertigen Teile werden zur Baustelle transportiert, dort montiert, abgedichtet und mit Hilfe von Transportbeton fertiggestellt. Hochwertige Wohnwände sorgen auf Wunsch für ein sehr gutes Raumklima im Keller.


Keller vom Baumeister - oder in Eigenregie?

Ein Tipp: Örtliche Baufirmen können gegenüber Fertigkeller-Anbietern günstiger sein. Nachteil: Du hast als Bauherr einen größeren Koordinierungsaufwand und trägst letztlich die Verantwortung über die Passgenauigkeit. Nachbesserungen können teuer werden und den Ablauf verzögern. 

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, den Keller selbst zu bauen. Hier übernimmst du aber selbst jede Menge Verantwortung – für die Passgenauigkeit von Keller und Haus und die rechtzeitige Fertigstellung des Kellers bis zur Hauslieferung. Vorteil: Der Keller in Eigenregie ist sicher die preisgünstigste Alternative. Nachteil: Gewährleistung und Garantie liegen bei dir. Tipp: Wenigstens die Kellergeschoßdecke sollte aus einem Betonfertigteilwerk geliefert werden!


Mit Keller weniger Energieverbrauch

Im Fertighaus hat der Keller eine weitere wichtige Aufgabe: die des Wärmepuffers. Denn ein qualitativ hochwertig ausgführter Keller kann Energieverbrauch des gesamten Hauses erheblich senken. Da kommt über die Jahre viel Geld zuammen! Aufgrund seiner Lage im Erdreich sinkt die Raumtemperatur – selbst in kalten und unbeheizten Kellern – nie unter den Gefrierpunkt. Um in kalten Kellern Wärmeverluste aus den oberen Geschoßen zu vermeiden, muss die Kellerdecke jedoch entsprechend wärmegedämmt sein. Selbst mit der „kalten“ Ausführung des Kellers kann eine Heizenergieeinsparung von bis zu neun Prozent im Vergleich zu nicht unterkellerten Häusern erreicht werden, wie eine kürzlich erstellte Studie belegt.


Angebote einholen

Du solltest beim Bau eines Fertigkellers unbedingt mehrere Angebote einholen und sie bezüglich des Leistungsumfangs sehr genau vergleichen. Nur so kannst du letztendlich den richtigen Fertigkeller für dich finden.


Wasserdicht aber gut belüftet

Ein Keller, ob warm oder kalt, muss in jedem Fall richtig geplant, gebaut und genutzt werden. Gegen Wasser von außen kann ein Keller aus Fertigteilwänden, Schalsteinen und Transportbeton problemlos abgedichtet werden. Allerdings ist die Qualität der Ausführung von entscheidender Bedeutung. Um Feuchtigkeit im Keller durch im Innenraum entstehendes Kondenswasser zu vermeiden, muss er zwar wasserundurchlässig sein, gleichzeitig aber diffusionsoffen für Wasserdampf.

Achte darauf, dass in deinem Keller unbedingt eine entsprechende Luftumwälzung sowie ein ausreichender Luftwechsel sichergestellt sind, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einem optimalen Bereich zu halten. Denn auch ein kalter und unbeheizter Keller muss belüftet werden, da sich warmer Wasserdampf gern an kühlen Wänden eines Kellers niederlässt. Die Folge: lästiger Schimmel.


Was kostet der Keller?

Eine genaue Preisangabe kann man auf Anhieb nicht machen. Viele Faktoren haben einen Einfluss auf den endgültigen Preis: Wie sind die statischen Verhältnisse am Baugrund? Besteht der Boden aus felsigem Untergrund, sodass kostenintensive Sprengarbeiten nötig sind? Steht das Haus auf einem Hang? Oder stößt man gar auf drückendes Wasser. Durch eine Wasserader oder Grundwasser kann die Baugrube schnell zum Schwimmbad werden. Aber keine Sorge: Diese Fragen lassen sich mit erfahrenen Profis schon bei der Planung berücksichtigen.

Datum: 27.10.2016

Kategorie: Hausbau


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