Grundstückskauf - ein teurer Spaß

Wie angekündigt setzen wir heute das Thema der vergangenen Woche fort und informieren dich über weitere wichtige Details zum Grundstückskauf. Details, die du von Anfang an unbedingt beachten und bei der Gesamtkalkulation des Bauvorhabens einkalkulieren musst. Los geht’s!


Der letzte Check

Endlich: Der lang ersehnte Baugrund ist gefunden, alles scheint klar zu sein. Trotzdem: Checke nochmal alle Punkte durch, am besten schriftlich und gemeinsam mit deinem Partner bzw. deiner Partnerin. Lage, Infrastruktur, Grundbuch, Altlasten, Preis, Finanzierung – alles im grünen Bereich?

Detail am Rande: Beim Verkauf von Grundstücken verlangen manche Gemeinden, dass innerhalb einer bestimmten Zeit darauf ein Haus errichtet wird, um das Horten von Baugrundstücken zu vermeiden. Wie schon im letzten Blog erwähnt, solltest du, bevor du das Grundstück erwirbst, das geplante Bauvorhaben mit dem Bürgermeister besprechen. Er ist die Baubehörde erster Instanz und hat somit das Sagen.


Die Nebenkosten

Zum eigentlichen Kaufpreis kommen noch erhebliche an Nebenkosten dazu, deren Höhe sich zumeist aus der Relation zum Kaufpreis ergibt. Rechne mit gut und gerne zehn Prozent! Die zusätzlichen Kosten setzen sich aus folgenden Punkten zusammen (Stand: Oktober 2016, ohne Gewähr):

  • Grunderwerbsteuer: Sie beträgt aktuell 3,5 Prozent und ist auf jeden Fall zu bezahlen. Lediglich bei Vertragsabschluss unter Ehegatten oder nahen Verwandten (Eltern, Kinder, Enkelkinder) sinkt sie auf zwei Prozent. Wenn du eine Wohnung bzw. ein Grundstück (sofern es sich nicht um ein land­ und forstwirtschaftliches Grundstück handelt) von einem nahen Verwandten kaufst, wird seit 1. Jänner 2016 für diesen Erwerbsvorgang immer die sog. Unentgeltlichkeit angenommen. Daher erfolgt bei Erwerbsvorgängen innerhalb des Familienkreises die Ermittlung der Grunderwerbsteuer anhand eines Stufentarifs. Als Bemessungsgrundlage wird dabei immer der Grundstückswert herangezogen. Nähere Informationen zur Berechnung der Grunderwerbsteuer anhand des Stufentarifs finden sich auf HELP.gv.at.

    Nahe Verwandte
    sind in diesem Zusammenhang die Ehegattin/der Ehegatte, die eingetragene Partnerin/der eingetragene Partner, die Lebensgefährtin/der Lebensgefährte, sofern die Lebensgefährten einen gemeinsamen Hauptwohnsitz haben oder hatten, ein Elternteil, Kind, Enkelkind, Stiefkind, Wahlkind oder ein Schwiegerkind der Übergeberin/des Übergebers, Verschwägerte in gerader Linie (z. B. Schwiegereltern, Schwiegerkinder), Geschwister, Nichten und Neffen. Seit 1. Jänner 2016 kann die Grunderwerbsteuer bei unentgeltlichen Erwerben (z. B. Erwerbe im Familienkreis, Schenkungen an Personen außerhalb des Familienkreises, Erwerbe von Todes wegen) auf Antrag über bis zu fünf Jahre verteilt werden, wobei sich die Steuer in Abhängigkeit von der Verteilungsdauer um jeweils 2 Prozent erhöht.

    Die Grunderwerbssteuer ist vom Wert der Gegenleistung zu entrichten. Das bedeutet: Beim regulären Kauf eines Grundstücks wäre dies der Kaufpreis einschließlich der Umsatzsteuer.

  • Eintragungsgebühr ins Grundbuch: Sie beträgt 1,1 Prozent vom Kaufpreis. Auch an dieser Gebühr kommst du nicht vorbei.
  • Maklerhonorar: Beträgt in der Regel drei Prozent (Richtwert) plus Mehrwertsteuer. Kaufst du direkt von einem privaten Anbieter, so entfällt das Maklerhonorar.
  • Honorar für den Vertragserrichter (Notar/Rechtsanwalt): Dieses richtet sich primär nach dem Kaufpreis und ist durch die jeweiligen Kammertarife festgelegt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein Pauschalhonorar zu vereinbaren – und dieses nach unten zu verhandeln! Listenpreis: 3 Prozent Honorar für den Vertragserrichter exkl. Ust.
  • Gebühr für die Eintragung von Pfandrechten ins Grundbuch: Es fallen 1,2 Prozent vom Pfandrecht an. Hinzu kommt die Eingabengebühr von 42 Euro bzw. von 59 Euro, wenn die Antragstellung nicht im Elektronischen Rechtsverkehr erfolgt. Die Vergebührung des Kredits erfolgt durch das jeweilige Kreditinstitut zu den üblichen Banktarifen. Die Gebühr wird aber nur fällig, wenn du den Kauf mit einem Kredit abwickelst.

  • Anmerkung der Rangordnung für die beabsichtigte Verpfändung: Diese beträgt 0,6 Prozent des Pfandrechts.
  • Kosten für die Beglaubigung der Unterschriften: Diese richten sich nach dem Kaufpreis bzw. der Höhe des Pfandrechts und sind durch die jeweiligen Kammertarife (Rechtsanwälte, Notare) festgelegt.
  • Weitere Kosten fallen im Zusammenhang mit der Kreditfinazierung (Kreditgebühr) oder bei einer Bürgschaft (1 Prozent Rechtsgeschäftsgebühr) an.

Tipp: Achte bei der vertieften Recherche im Internet darauf, dass die Informationen aus vertrauenswürdiger Quelle stammen, sich auf Österreich beziehen und auch aktuell sind.

Kurz gesagt: Rechne zusätzlich zum Grundstückspreis mit rund zehn Prozent Nebenkosten!

Datum: 19.10.2016