Am Anfang war die Erschließung

Das Traumgrundstück ist gefunden, die Finanzierung in trockenen Tüchern und das Fertighaus ausgesucht? Doch bevor du mit dem tatsächlichen Bauvorhaben starten kannt, muss geklärt werden, ob das Grundstück bereits erschlossen ist. Im heutigen Blogeintrag beschäftigen wir uns mit Hausanschlüssen, die zu hohen Nebenkosten von mehreren tausend Euro führen können.


Was bedeutet Erschließung?

Die Erschließung, auch Aufschließung genannt, ist die Voraussetzung für eine Bebauung. Sie beinhaltet verschiedene bauliche Maßnahmen, damit das Grundstück genutzt werden kann. Dazu gehört der Anschluss an das öffentliche Straßennetz – also die Zufahrt – ebenso wie an das Versorgungs- und Entsorgungsnetz. Gemeinden verkaufen Grundstücke grundsätzlich in erschlossenem Zustand, die Kosten sind dann im Kaufpreis enthalten. Wurde das Grundstück gerade erst in Bauland umgewidmet, ist damit zu rechnen, dass es noch nicht erschlossen ist. In diesem Fall ist zwar der Kaufpreis oft niedriger, dafür fallen aber dann Kosten für die Erschließung an. Bei Grundstücken aus Privatverkauf ist mit dem Verkäufer zu klären, inwieweit es erschlossen ist. Im Zweifelsfall bei der Gemeinde nachfragen!


Einrichtung der Baustelle

Warum die Erschließung an erster Stelle steht, ist klar: auch eine Baustelle muss mit Wasser und Strom versorgt werden. Daneben gehören zur Erschließung auch der Kanalanschluss, also die Entsorgung des Wassers, die Leitung für Telefon und Internet, Kabelanschluss fürs Fernsehen und eventuell Gas, wenn du eine Gasheizung verwenden möchtest. Im Folgenden geben wir dir ein paar Tipps, wie du am besten vorgehst.


Es werde Licht

Für den Stromanschluss wendest du dich direkt an den zuständigen regionalen Netzbetreiber und teilst ihm mit, dass du für einen Neubau einen Netzzutritt benötigst. Das ist z. B. die Salzburg AG, die Energie AG in Oberösterreich oder die Energie Steiermark. Dort erhältst du dann Informationen über die erforderlichen Unterlagen. Ein Elektriker stellt den Hausanschluss her: Hauseinführungsleitung und Hausanschlusskasten mit einer Hausanschlusssicherung. Die Bestätigung des Elektrikers schickst du dann an den Netzbetreiber.


Fließend Wasser

Für den Wasseranschluss wendest du dich an zwei Adressen: an den lokalen Wasserversorger sowie an die Gemeinde. Der Wasserversorger informiert dich über den nächstgelegenen Trinkwasseranschluss. Ist noch keiner vorhanden, musst du bei der Gemeinde einen Hausanschluss an die öffentliche Wasserleitung beantragen. Wie hoch die Anschluss-, Wasserbezugs- und Wasserzählergebühr sind, ist je nach Gebiet und Gemeinde unterschiedlich.


Der Kanalanschluss

Was kommt, muss auch wieder gehen. Das Abwasser muss in den Kanal geleitet werden, sofern dieser maximal 30 Meter entfernt und direkt erreichbar ist, also nicht über einen Nachbarn. Bei vielen Gemeinden muss bei der Baueinreichung schon ein Kanalplan beigelegt sein, damit sie die Baubewilligung überhaupt erteilen. Hier musst du neben den Baggerarbeiten auch eine je nach Bundesland unterschiedlich hohe Kanaleinmündungsgebühr und eventuell Ergänzungsgebühren entrichten.


Gasheizung geplant?

Der Installateur verrät dir, welche Dimensionierung du beim Hausanschluss benötigst, danach beantragst du den Gasanschluss beim lokalen Versorgungsunternehmen. Dieser sagt dir, ob der Anschluss beim gewünschten Standort möglich ist. Auch hier solltest du vorab bei der Gemeinde nachfragen, wer den Anschluss herstellt, denn in manchen Fällen macht dies die Gemeinde selbst.


Kosten und Zeit einplanen

Die weiteren Anschlüsse – Telefon, Internet, Kabelfernsehen – sind optional. Auch hier wendest du dich an den lokalen Netzbetreiber. Wie du siehst, fallen einige Kosten für die Grundstückserschließung an – diese unbedingt in die Kalkulierung einplanen. Tipp: mach dich vorab bei der Gemeinde über die Höhe der Kosten schlau! Du solltest auch einen Zeitpuffer für die Erschließung einrechnen, damit der Baustart sich durch die Anschlussarbeiten nicht zu sehr verzögert.

Datum: 01.12.2016