Pflichten des Bauherren

Deine Pflichten als Bauherr

Wenn du ein Fertighaus baust, erhältst du ein kompetentes Rundum-Service aus einer Hand. Dennoch hast du als Bauherr gewisse Pflichten. Welche das sind und was du sonst noch darüber wissen solltest, haben wir dir in diesem Blogeintrag zusammengefasst.


Was bedeutet Koordinationspflicht?

Die Koordination ist die grundlegende Bauherrenpflicht, die besonders bei Architekten- oder Baumeisterhäusern nicht zu unterschätzen ist. Denn anders als beim Fertighaus sind hier mehrere Gewerke und Firmen beteiligt, die gesamte Baustelle zieht sich über einen längeren Zeitraum und durchläuft mehrere Phasen. Die Koordination dieser Gewerke ist also quasi die ureigenste Pflicht vom Bauherrn. Er muss alle Voraussetzungen schaffen, damit die Auftragnehmer ihre Leistungen erbringen können. Die Komplexität des Hausbaus erfordert eine professionelle Projektabwicklung, damit es nicht zu Verzögerungen, Bauablaufstörungen und in weiterer Folge zu Mehrkosten kommt. Die gute Nachricht für Käufer eines Fertighauses: Die gesamte Projektabwicklung wird dir abgenommen! Aber es bleiben dennoch genügend Arbeiten, um die du dich kümmern musst.


Vorarbeiten auf der Baustelle

Vielen künftigen Häuslbauern ist gar nicht bewusst, das schon vor dem ersten Spatenstich eine Reihe von Arbeiten an der Baustelle durchgeführt werden müssen. Und diese Vorarbeiten müssen vertraglich geregelt werden, sonst bist du allein zuständig dafür. Neben dem Bauantrag und der Baugenehmigung gehört zu diesen Vorarbeiten auch die Baustelleneinrichtung. Denn die Baustelle muss fixfertig eingerichtet sein, bevor die Arbeiter überhaupt mit dem Bau des Kellers oder der Bodenplatte beginnen können.


Checkliste Baustelleneinrichtung

Folgende Punkte beinhaltet die Baustelleneinrichtung für dein Bauvorhaben:

  • Rodungsarbeiten
  • Entfernung von Freileitungen oder Hindernissen
  • Baustrom
  • Wasseranschluss
  • Baustellen-WC
  • evtl. Bauwagen als Aufenthaltsbereich für Arbeiter
  • Platz für die Ablage des Bauschutts
  • evtl. abschließbarer Schuppen für Maschinen
  • Zufahrt zum Baugrundstück muss für Baufahrzeuge und Kranwagen geeignet sein.
  • Evtl. Genehmigung für zeitweise Sperrung der öffentlichen Straße, wenn die Teile des Fertighauses zur Baustelle transportiert werden.

Verantwortung im Vertrag regeln

Alle diese Arbeiten sollten einige Wochen vor dem eigentlichen Baubeginn erledigt sein. Seriöse Anbieter wie die Fertighaushersteller im MUSTERHAUSPARK wälzen diese Arbeiten nicht an den Bauherren ab. Denn woher weiß der Laie schon, wie er eine Bautoilette aufstellen muss oder woher er einen Bauwagen als Aufenthaltsbereich für die Arbeiter bekommt? Achtung Kostenrisiko: aufpassen, falls es auf dem Grundstück noch keinen Strom und kein Wasser gibt, es also noch nicht erschlossen ist. Näheres dazu kannst du in diesem Blogbeitrag nachlesen. In diesem Fall müssen eventuell die Strom- und Wasseranschlüsse provisorisch bereitgestellt werden – und dies muss vorab bei der Stadt bzw. Gemeinde beantragt werden. Üblicherweise übernimmt die Baufirma auch die Entsorgung des Mülls selbst. Achte daher auf die Klausel „Schutt- und Abfallbeseitigung durch den Bauherren“.


Übertragung der Bauherrenpflichten

Du siehst also, schon bevor es losgehen kann mit dem Bau deines Traumhauses, gibt es einiges zu tun und zu regeln. Besprich mit deinem Fertighaushersteller, wer die Baustellenvorbereitungen kontrolliert und beaufsichtigt und wer im Fall von notwendigen Nacharbeiten in die Tasche greifen muss. Werden Fertighäuser „ab Oberkante Keller“, kurz „ab OK“, angeboten, bedeutet dies, dass darin keine Erdarbeiten, keine Bodenplatte bzw. kein Keller und keine Baustelleneinrichtung enthalten sind. Tipp: Bist du unerfahren im Hausbau, setze dich mit deinem Fertighausberater zusammen und gehe den Vertrag detailliert durch. Bestehe darauf, dass sämtliche Maßnahmen, die in der Vorleistung enthalten bzw. nicht enthalten sind, genannt und aufgelistet werden. So weißt du genau, was von dir verlangt wird und was vonseiten der Fertighausfirma durchgeführt wird. Versierte und professionelle Anbieter nehmen dir diese Aufgaben ab, du kannst also deine Pflichten übertragen.


Nicht an der falschen Ecke sparen!

Ein Teil der Vorarbeiten ist auch das Fundament. Dieses solltest du nicht aus Einsparungsgründen in Eigenregie von Drittfirmen bauen lassen, wenn es auch dein Fertighaushersteller anbietet. Denn Fehler in der Passgenauigkeit können fatale Auswirkungen haben. Betragen z. B. die Abweichungen mehr als ein paar Millimeter, kann es sein, dass die haustechnischen Anschlüsse für Heizung oder Sanitär nicht passen! Führt eine Drittfirma den Kellerbau aus, achte auf eine sorgfältige Ausführung und halte vertraglich fest, wer bei Fehlern für die Folgekosten aufkommt. Es gibt übrigens auch die Möglichkeit, dass die Fertighausfirma vor Beginn der Bauarbeiten die Vorarbeiten an Keller oder Bodenplatte prüft und eventuelle Mängel aufzeigt.


Baubeginnanzeige

Eine Woche vor Baubeginn wird ein Bescheid an die zuständige Behörde bzw. die Gemeinde gegeben, die sogenannte Baubeginnanzeige. Darin sind die Namen von Bauleitung und Bauunternehmer vermerkt. Das Formular dafür liegt übrigens meistens der Baugenehmigung bei.


Checkliste Bauherrenpflichten

Nachfolgend haben wir dir noch einmal anschaulich die Pflichten des Bauherren zusammengefasst.

 

  • Bauantrag
  • Baugenehmigung
  • Baustelleneinrichtung
  • Bau des Fundaments, Bodenplatte oder Keller
  • Baustellenanzeige

Hast du diese Arbeiten organisiert bzw. koordiniert, kannst du beruhigt in den Bauprozess starten und zusehen, wie dein Fertighaus auf deinem Grund Gestalt annimmt.


Exkurs: Was bedeutet HOAI

Ein Begriff, über den du bei der Recherche in Sachen Hausbau eventuell stolpern wirst, ist „HOAI“. Das ist die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, kurz HOAI, eine deutsche Verordnung, welche die Honorarhöhe regelt. In Österreich gibt es zwar keine vergleichbare gesetzliche Regelung, aber die Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen gibt in der Honorar Information Architektur, kurz HIA, Anhaltspunkte für Planungshonorare. Darin enthalten sind ein Leistungskatalog, die Abschätzung des Zeitaufwands des Architekten und ein Programm zur Stundensatzermittlung.


Informationen beim MUSTERHAUSPARK

Als Kompetenzzentrum in Sachen Fertighausbau in Österreich stehen wir dir gerne für Auskünfte und Fragen zur Verfügung. Denn wir wissen, wie anstrengend und aufregend die Planungszeit vor dem Baubeginn ist. Wir unterstützen dich gern! Nimm Kontakt zu uns auf unter +43-6225-28028 oder office@musterhauspark.at. Oder besuch uns persönlich in einem unserer Standorte in Eugendorf, Graz oder Haid und lass dich unverbindlich und kostenlos von einem Fertighausberater informieren.


Quelle

Unser Fertighaus-Handbuch – In neun Schritten ins perfekte Eigenheim Magnus Enxing, Michael Bruns/Stiftung Warentest, Berlin 2015

Datum: 22.02.2018


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