Eigenleistungen beim Hausbau - was geht?

Ist es nicht eine romantische Vorstellung, mit eigener Muskelkraft das Traumhaus zu bauen, vielleicht auch mit Hilfe von guten Freunden – die sich meistens gern anbieten –, und dann am Abend nach getaner Arbeit bei einem Fläschchen Bier das Werk zu bewundern? Selbst etwas zu erschaffen, das Bestand hat. Der zweite – weit realistischere – Grund, sich über Eigenleistung beim Hausbau Gedanken zu machen, ist ganz einfach: Kosten sparen. Denn die meisten Häuslbauer zaubern das Geld ja nicht gerade aus dem Hut. Es muss ein Kredit aufgenommen werden, die nächsten zehn, 20 Jahre inklusive Karenzzeiten finanziell durchgeplant und das gesamte Eigenkapital auf den Tisch gelegt werden. Da ist es natürlich verlockend, möglichst viel Geld einzusparen, indem man selbst auf der Baustelle mithilft. Doch wobei kann man selbst Hand anlegen und wie viel lässt sich dabei tatsächlich sparen?


So kannst du bares sparen

Die gute Nachricht: Ja, es lassen sich durch Eigenleistungen Kosten sparen. Aber meist nicht so viel, wie man denkt, keinesfalls erspart man sich z. B. die Hälfte der Bausumme. Du kannst von bis zu zehn Prozent ausgehen wenn du handwerklich geschickt bist. Außerdem wird der Kreditzins günstiger, weil die Banken Eigenleistungen bis zu einem gewissen Grad als Eigenkapital werten. Aber bitte denke daran, dass du als Laie allerhöchstens zwei Drittel von dem schaffst, was ein Profi macht. Darum ist es besonders wichtig, die eigenen Fähigkeiten zu kennen und auch den Zeitaufwand richtig zu berechnen. Willst du bei deinen Überlegungen auf Nummer sicher gehen, kannst du gerne einen von unseren Fertighausberatern im MUSTERHAUSPARK fragen, sie helfen dir, deine Möglichkeiten der Eigenleistung realistisch einzuschätzen und so wirklich Bares zu sparen.


Der Faktor Zeit

Viele Häuslbauer neigen dazu, sich selbst zu überschätzen. Erstens gibt es Tätigkeiten, die wirklich nur Fachleute machen können und auch dürfen. Zweitens hat man ja noch einen Job, der das nötige Geld für den Hausbau einbringt, und den darf man nicht vernachlässigen. Daher bleiben meist nur Feierabende und Wochenenden, um mitanzupacken, und die fehlende Freizeit und Erholung macht sich nach Wochen und Monaten auf jeden Fall bemerkbar! Und: da man als Laie langsamer arbeitet, muss eine längere Bauzeit einberechnet werden. Das kann wiederum zu Kosten führen, wenn dadurch die alte Wohnung länger gemietet werden muss.


Das kannst du selbst machen

Hast du genug Zeit und Nerven, und bist handwerklich einigermaßen geschickt, steht der Eigenleistung jedoch nichts im Weg! Ärmel hochgekrempelt und los geht’s: ausmalen, streichen, tapezieren, Parkett, Fliesen und Teppichboden verlegen oder Gartenwege anlegen sind Arbeiten, die man wunderbar selbst übernehmen kann. Was auch möglich ist: den Fachleuten assistieren. Unter deren Aufsicht kannst du auch den Estrich legen, das Dach decken oder Elektrovorarbeiten wie Schlitze stemmen oder Kabel ziehen erledigen.


Davon lieber die Finger lassen

Es gibt aber auch Arbeiten, von denen man ohne die erlernte Profession lieber die Finger lassen sollte. Beim Rohbau – Achtung Statik! –, bei der Wärmedämmung, beim Heizungssystem oder bei Sanitärinstallationen braucht es das Know-how eines Fachmanns, der die Bauvorschriften kennt. Wenn man hier „pfuscht“, kann das fatale Folgen haben: defekte Systeme, Baumängel, Schimmelbildung, höhere Heizkosten durch eine falsche Dämmung. Oder sogar gefährliche Folgen wie ein Brand durch unsachgemäße Elektroinstallationen. Spätestens dann muss man einen Profi holen und gibt am Ende vielleicht sogar mehr aus.


Beim Material auf Qualität achten

Eine weitere Kostenfalle ist es, beim Material einzusparen. Das kann gar nicht oft genug betont werden! Sind die Baustoffe ungeeignet, muss man nachbessern, und das geht dann erst recht ins Geld. Lieber einmal etwas mehr in ein vernünftiges Material investieren, dafür hat man Jahrzehnte lang seine Ruhe. Bei der Eigenleistung sollte man auch miteinberechnen, dass mehr Verschnitt anfällt als beim Profi. Und: Firmen bieten beim Material meist Rabatte an, wenn sie auch die Arbeiten ausführen. Das entfällt, wenn man die Fliesen selbst verlegt. Und zahlt es sich wirklich aus, einen Fliesenschneider zu kaufen? Braucht man das benötigte Werkzeugt vielleicht einmal und nie wieder?


Achtung Risiko

Und zum Schluss noch zum größten Risiko, das du mitbedenken musst: alles, was du selbst machst, hat natürlich keine Gewährleistung und keine Garantie. Und bitte daran denken: helfen Freunde und Verwandte auf der Baustelle mit, muss eine Bauhelferversicherung abgeschlossen werden, damit sie im Fall eines Unfalls auch versichert sind.


Alles bedacht?

Zusammengefasst: Eigenleistung ist eine gute Sache, wenn man die Vor- und Nachteile abwägt und sich selbst richtig einschätzen kann. Und es ist einfach ein herrliches Gefühl, das eigene Nest, in dem man ein Leben lang wohnt, mit aufgebaut zu haben. Etwas, worauf man wirklich stolz sein kann!

Datum: 07.09.2016