Die wichtigsten Infos über Heizsysteme

Besonders jetzt im Herbst ist das Thema Heizen in aller Munde, man hört von steigenden Ölpreisen und Heizkosten. Darum ist die Überlegung, welches Heizsystem für einen Neubau in Frage kommt, besonders wichtig, denn hier lauert ein Großteil der Betriebskosten. Wir haben für dich die wichtigsten Infos über die verschiedenen Heizsysteme zusammengefasst.


Richtig heizen, Kosten senken

Verschaff dir vor der Entscheidung einen Überblick. Denn eine optimal gewählte Heizung kann in Verbindung mit einer guten Dämmung monatlich Kosten sparen. Unsere Fertighäuser aus dem MUSTERHAUSPARK verfügen übrigens serienmäßig über extrem gute Dämmwerte. Die Fertighausanbieter präsentieren durchdachte Lösungen für Energiesparhäuser bis hin zum Passivhaus. Dabei profitierst du von der jahrzehntelangen Erfahrung der österreichischen Fertighausbranche.


Das solltest du bedenken

Die Wahl des Heizsystems hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind natürlich die Kosten: einerseits die Anschaffungskosten, andererseits – und die spürt man im Alltag am meisten – die monatlichen Fixkosten. Manche Heiztechnologien sind in der Anschaffung teurer, jedoch dann bei den Folgekosten, also den Heizkosten, günstiger. Und umgekehrt gibt es Systeme, die geringere Investitions-, aber höhere Folgekosten haben. Dann ist da noch die ökologische Überlegung. Möchte man noch auf fossile Brennstoffe zurückgreifen oder wählt man erneuerbare Energien? Und dann gilt es noch, die lokalen Gegebenheiten zu klären. Ist z. B. ein Fernwärmeanschluss möglich oder darf ich überhaupt eine Tiefenbohrung durchführen (hier gibt es Bestimmungen über einzuhaltende Abstände zur Erdwärme des Nachbarn)?


Frag dich schlau

Die jeweiligen Systemanbieter werden über ihr eigenes Heizsystem vermutlich erst mal nur Vorteile zu berichten haben. Daher lohnt es sich, einen genaueren Blick auf das aktuelle Angebot zu werfen und auch kritisch zu hinterfragen. Ein Tipp für alle Häuslbauer, die auf Informationssuche sind: fragen, fragen, fragen. Sei hartnäckig! Hast du nicht zufällig Architekt studiert, darfst du dir die technischen Details ruhig genauer erklären lassen. Denn mit dieser Entscheidung prägt deine Wohnqualität jahrzehntelang! Einen objektiven Überblick können dir auch die Fertighausberater im MUSTERHAUSPARK geben, denn bei Fertighäusern ist grundsätzlich die gesamte Palette an Heizsystemen möglich.


Grundsätzliche Unterscheidung der Systeme

Unterschieden wird in der:

  • Art der Warmwasser- und Heizwasseraufbereitung = Art des Heizsystems
  • Form der Wärmeabgabe im Haus: Wärmeleitung, Wärmestrahlung oder Konvektion

Wärmeabgebende Flächen

Bevor wir zu den Heizsystemen kommen, erklären wir dir die unterschiedlichen Arten der wärmeabgebenden Flächen, welche die Wärme dann tatsächlich im Haus verteilen. Dazu gehören Heizkörper, Fußbodenheizung, Wandheizung und Luftheizung. Alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile:

  • Heizkörper sind einfach einzubauen und nachträgliche Reparaturen oder Austausch sind problemlos durchführbar. Sie geben Wärme durch Konvektion ab, also über Luftströme. Allerdings geht durch die Heizkörper Raum für Möbel verloren. Durch die geringe Oberfläche benötigen sie eine hohe Vorlauftemperatur im Heizsystem und geben vergleichsweise wenig Wärme an den Raum ab.
  • Die Fußbodenheizung sorgt für ein angenehmes Raumklima, da weniger Luftströme erzeugt werden und der Raum gleichmäßig beheizt wird. Durch die große Fläche ist im Heizsystem eine geringere Vorlauftemperatur nötig, was besonders Wärmepumpen- oder Pelletheizsystemen entgegenkommt. Aber die Fußbodenheizung schränkt die Wahl des Bodenbelags ein. Sie arbeitet am besten mit Fliesen-, Stein- oder Laminatböden. Parkettböden können durch den direkten Wärmeeintrag Schaden nehmen, hier unbedingt auf die Schichtdicke des Parketts achten. Bei Teppichböden wird durch die aufsteigende Wärme der Staub in den Raum gewirbelt. Werden die Rohre der Bodenheizung direkt im Estrich verlegt, ist eine nachträgliche Reparatur aufwändig.
  • Die Wandheizung funktioniert ähnlich wie die Fußbodenheizung, nur eben mit vertikaler statt horizontaler Verrohrung. Befinden sich die Rohre in der Außenwand, muss sehr gut gedämmt werden. Vorsicht ist geboten beim Bilder aufhängen oder der Montage von Bücherregalen! Den Verlauf der Rohre muss man sich gut merken, sonst kann schon ein kleiner Nagel für großen Schaden sorgen.
  • Dann gibt es noch die Luftheizung, eines der ältesten Systeme der Wärmeverteilung. Dabei wird erhitzte Luft durch Schächte in die Räume geleitet. Heutzutage werden Luftheizungen in Verbindung mit der kontrollierten Wohnraumbelüftung verwendet. Und natürlich bei der Luft-Luft-Wärmepumpe.

Fernwärme – Heizen auf Bestellung

Je nach Lage des Grundstücks kann eine Heizung mit Fernwärme in Betracht gezogen werden. Dabei fällt der Raum für die Heizungsanlage und das Lager für Brennstoffe wie z. B. Pellets weg, man braucht lediglich einen Wärmetauscher.

Vorteile:

 

  • kostengünstig
  • Heizungsanlage ist nicht im Haus
  • niedrige Wartungs- und Folgekosten

Nachteile:

  • Abhängigkeit von einem Anbieter in Punkto Preis und Versorgungssicherheit 

Brennwerttechnik – Heizen durch Verbrennen

Jeder Brennwertkessel funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Durch die Kondensation von Wasserdampf wird Wärmeenergie erzeugt. Dabei werden verschiedene Brennstoffe wie Öl oder Gas verwendet. Herkömmliche Heizsysteme verlieren einen Großteil der Energie, da der Wasserdampf über den Schornstein verloren geht. Eine moderne Brennwerttherme hingegen nutzt auch die Wärme der Abgase.

Vorteile:

  • günstig in der Anschaffung
  • technisch ausgereift

Nachteile:

  • Gas und Öl sind fossile, also nicht regenerative Brennstoffe

Pelletkessel – Heizen mit Holz

Der gute alte Kachelofen hat sich zur modernen Pelletheizung weiterentwickelt. Verbrannt werden keine Holzscheite mehr, sondern gepresste Zylinder aus Holzspänen, die Pellets genannt werden. Diese gelangen vollautomatisch über Förderschnecken oder Gebläse in den Kessel. Die gewonnene Energie erwärmt das Wasser für das Heizsystem und Warmwasser. Im Pufferspeicher wird das Wasser gespeichert, dieser sollte groß genug gewählt sein. Tipp: Bei der Wahl der Pellets auf einen geringen Aschegehalt achten, optimal sind 0,5 Prozent, denn die Asche musst du selbst entsorgen und so fällt nicht so viel an.

Vorteile:

  • regenerativer Brennstoff
  • gute Energiebilanz

Nachteile:

  • großer Raumbedarf für Kessel, Pufferspeicher und Tank
  • Einstellung durch Techniker wichtig, damit Feinstaub-, Kohlenmonoxid- und Stickoxidemissionen gering gehalten werden!

Wärmepumpen – Heizung der Zukunft

Die Funktionsweise der Wärmepumpe kann man sich vorstellen wie das Gegenteil eines Kühlschranks: Während der Kühlschrank Wärme aus dem Inneren nach außen leitet – daher die warme Rückseite –, entzieht die Wärmepumpe der Umgebung des Hauses die Wärme und leitet diese ins Innere. Die Wärmequelle ist dabei die Luft, das Grundwasser oder die Erde. Dabei wird die Wärme durch eine zirkulierende Flüssigkeit oder – im Fall der Luft über einen Ventilator – in die Pumpe geführt. Diese bereitet die Wärme für das Heizsystem und das Warmwasser auf.

Vorteile:

  • hervorragende Ökobilanz
  • geringe Betriebskosten

Nachteile:

  • hohe Anschaffungskosten für die Anlage sowie Anschluss und Installation
  • Abhängigkeit der Pumpe von elektrischem Strom

Solaranlage – die Sonne nutzen

Solarthermie ist laut Definition die Umwandlung der Sonnenstrahlung in nutzbare thermische Energie. Diese kann sowohl für die Warmwasserbereitung als auch zum Heizen verwendet werden. Bei Fertighäusern kommen Solaranlagen oft als Ergänzung zum primären Heizsystem zum Einsatz. Die Fertighausbranche hat den Wert dieser Technologie früh erkannt und in das Standardangebot aufgenommen. Zur Orientierung: Laut Magnus Enxing und Michael Bruns (Unser Fertighaus-Handbuch, Stiftung Warentest, Berlin 2015, S. 55) reicht eine Kollektorfläche von vier bis sechs Quadratmetern, um einen durchschnittlichen Haushalt von vier Personen komplett mit Warmwasser zur versorgen. Für die Unterstützung der Heizung ist das drei- bis vierfache an Kollektorfläche notwendig. Soll die Anlage auf das Dach, sollte also genug Platz zur Verfügung stehen.

Vorteile:

  • positiver Beitrag zur Ökobilanz
  • eigene Erzeugung von Energie

Nachteile:

  • saisonal schwankende Leistungsfähigkeit

Förderungen

Für welches Heizsystem du dich auch entscheidest, informiere dich auf jeden Fall vorab über die Förderungsmöglichkeiten. Diese sind je nach Bundesland und Heizungsart unterschiedlich, mehr dazu erfährst du in  „Förderungen – gut zu wissen“ oder bei einem Besuch in einem unserer MUSTERHAUSPARKs in Eugendorf, Graz oder Haid. Komm vorbei und lass dich unverbindlich und kostenlos von unseren Fertighausexperten über das richtige Heizsystem für dein Haus beraten.


Quellen:

Kauf und Bau eines Fertighauses Peter Burk/Verbraucherzentrale NRW, Düsseldorf 2014

Unser Fertighaus-Handbuch – In neun Schritten ins perfekte Eigenheim Magnus Enxing, Michael Bruns/Stiftung Warentest, Berlin 2015

Datum: 02.11.2017