Die Wärmepumpe – das Heizsystem der Zukunft

Die Wärmepumpe erfreut sich beim Neubau immer größerer Beliebtheit. Sie gilt als das Heizsystem der Zukunft, kommt sie doch ohne fossile Brennstoffe wie Öl und Gas aus. In diesem Blog-Beitrag erfährst du alles über die Funktionsweise der Wärmepumpe, über die Bauarten und mit welchen Kosten du rechnen musst.


Ausgeklügeltes Heizsystem

Letzte Woche haben wir die verschiedenen Heizsysteme vorgestellt und über ihre jeweiligen Vor- und Nachteile berichtet. Auch die Arten der wärmeabgebenden Flächen also Heizkörper, Fußbodenheizung, Wand- und Luftheizung, haben wir dort beschrieben. Heute erzählen wir dir Näheres zur Wärmepumpe, einem ausgeklügelten, gut durchdachten Heizsystem mit enormem Potential. Laut Definition ist die Wärmepumpe „eine Vorrichtung, die einem Medium (Luft, Wasser oder Erdreich) Wärme entzieht und für das Haus nutzbar macht“ (vgl. Enxing/Bruns, S. 255). Sie zieht also die Wärme aus dem Erdreich, der Außenluft oder dem Grundwasser und heizt mit dieser das ganze Haus.


Die Funktionsweise der Wärmepumpe

Am leichtesten kann man sich die Wärmepumpe wie einen umgekehrten Kühlschrank vorstellen. Hast du schon einmal bemerkt, dass die Rückseite des Kühlschranks ganz schön warm ist? Das ist deswegen, weil er die Wärme aus dem Inneren nach außen ableitet. Die Wärmepumpe arbeitet nach demselben Prinzip. Nur entzieht sie die Wärme nicht ihrem Inneren, sondern dem Äußeren, also der Umwelt. Diese leitet sie in das Haus, um die Räume zu erwärmen.
Eine Wärmepumpe besteht aus drei Teilen (vgl. Enxing/Bruns, S. 49):

  • Wärmequelle
  • Wärmepumpe
  • Verteil- und Speichersystem

Es gibt drei Arten von Wärmepumpen, die sich nach der Wärmequelle unterscheiden (siehe nächster Absatz). Sie alle funktionieren aber grundsätzlich gleich: Die Pumpe lässt ein Kältemittel mit niedrigem Siedepunkt (meist Wasser mit Frostschutzmittel) in den Leitungen zirkulieren. Das Kältemittel verdampft, wenn es an der Wärmequelle vorbeikommt. Der Dampf entzieht der Quelle die Wärme und transportiert diese zurück in die Wärmepumpe. Nur die Luftwärmepumpe funktioniert hier etwas anders, weil sie die Wärme nicht durch das Kältemittel, sondern durch einen Ventilator „einfängt“. Anschließend kommen ein Wärmetauscher und ein Kompressor zum Einsatz, die die gewonnene Energie freisetzen. Diese wärmt das Wasser für den Heizkreislauf und das Warmwasser. Bei der Luftwärmepumpe wird die Energie nicht durch Wasser, sondern durch warme Luft ins das Haus geleitet


Arten der Wärmepumpe

Diese drei Bauarten gibt es:

  1. Luftwärmepumpe: Sie wird auch Luft-Luft-Wärmepumpe genannt und passt wegen ihrer kompakten Form auch in klein dimensionierte Kellerräume.
  2. Grundwasser-Wärmepumpe: Die sogenannte Luft-Wasser-Wärmepumpe setzt die Errichtung eines Förderbrunnens voraus. Interessierst du dich für diese Art der Wärmepumpe, frag bei deiner Wasserschutzbehörde nach, ob die Bohrung an deinem Standort möglich ist. Das hängt unter anderem vom Grundwasserspiegel ab.
  3. Erdwärmepumpe: Für die Erdwärmepumpe werden großflächig Leitungen im Erdreich verlegt. Als Faustregel gilt: Die Fläche mit den verlegten Leitungen sollte so groß wie die Wohnfläche sein, optimalerweise eineinhalb mal so groß (vgl. Bühl/Seeger/Ullmann, S. 96).

Das solltest du beachten

Wann arbeitet eine Wärmepumpe effizient? Grundsätzlich sollte die Differenz zwischen der Wärmequelle und der gewünschten Systemtemperatur möglichst gering sein. Denn je kälter die Wärmequelle ist, desto mehr Strom braucht die Pumpe für die Energiegewinnung. Das betrifft zum Beispiel Luftwärmepumpen an kalten Tagen im Winter. Ob die Anlage wirtschaftlich arbeitet, erkennst du an der Jahresarbeitszahl (JAZ). Eine JAZ von 5,0 bedeutet zum Beispiel, dass das Fünffache der elektrischen Arbeitsleistung, die eingesetzt werden muss, in Wärmeenergie umgesetzt wird. Als energieeffizient gilt eine Wärmepumpe ab einem Wert von 3,0 JAZ, empfehlenswert sind aber Werte ab 4,5 JAZ. Wie für jedes Heizsystem sollte auch bei der Wärmepumpe an das Gesamtkonzept gedacht werden, denn Teil eines effizienten Heizsystems sind immer auch dichte Fenster und Türen sowie eine gute Dämmung. In den Fertighäusern aus dem MUSTERHAUSPARK sind diese übrigens bei allen Modellen Standard.


Wärmeabgebende Flächen für die Wärmepumpe

Die wärmeabgebende Fläche verteilt die Wärme im Haus. Für die Wärmepumpe besonders gut geeignet ist der Einsatz von großzügigen Flächensystemen wie etwa die Fußboden- oder Wandheizung, da diese eine geringe Vorlauftemperatur im Heizsystem benötigen.

 


Vorteile Wärmepumpe

  • emmissionsfreies Heizen – positive Ökobilanz
  • geringe Betriebskosten bei effizienter Pumpe

Nachteile Wärmepumpe

  • hohe Anschaffungskosten
  • Abhängigkeit vom Stromanbieter (außer die Wärmepumpe bezieht Strom von der hauseigenen Photovoltaikanlage)

Das kostet eine Wärmepumpe

Die Kosten für die Wärmepumpe belaufen sich auf ca. 10.000 Euro, dazu kommen Kosten für die Installation, rechne hierbei mit bis zu 8.000 Euro (vgl. Enxing/Bruns, S. 49). Vor allem für die Tiefenbohrung, die schon mal bis zu 100 Meter betragen kann, musst du auch tief in die Tasche greifen. Andererseits sind Erdwärmepumpen im Betrieb weit effizienter als z. B. Luftwärmepumpen. Einen Teil der Anschaffungskosten erhältst du über Förderungen wieder zurück. Nähere Infos zu Förderungen findest du in diesem Blog-Eintrag. Eine lange Laufzeit holt die hohen Anschaffungskosten wieder rein.


Intelligentes Heizen

Auf die laufenden Heizkosten schlägt es sich natürlich auch nieder, wenn man das Haus „überheizt“. Zu warme Räume verschwenden nicht nur Energie, sondern führen zu einem ungesunden, trockenen Raumklima. Die optimale Raumtemperatur beträgt

  • im Bad: 23 °C im
  • Schlafzimmer: 18 °C
  • im Wohnzimmer: 22 °C

Tipp: Übrigens sparst du pro 1 °C niedrigerer Raumtemperatur bis zu sechs Prozent an Heizkosten (vgl. Bühl/Seeger/Ullmann, S. 96). In der Nacht, während deiner Abwesenheit tagsüber oder im Urlaub kann weniger geheizt werden. Die Heizung ganz abzuschalten bringt jedoch bei Heizsystemen mit geringer Vorlauftemperatur keine Einsparung, da das System beim Hochfahren wieder unverhältnismäßig viel Energie benötigt.


Frag den Hausbauprofi

Noch Fragen? Unsere Fertighausberater im MUSTERHAUSPARK helfen gerne weiter! Komm am besten persönlich in Eugendorf, Graz oder Haid vorbei und lass dir in Ruhe bei einer Tasse Kaffee alles über moderne Heizsysteme erklären. Denn bei uns bist du in kompetenten Händen, unsere Fertighausanbieter sind die besten aus Österreich, Deutschland und Italien. Sie können auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen und verwenden in ihren Fertighäusern nur modernste, erprobte Technik. Wir freuen uns auf deinen Besuch!


Quellen

Wir planen und bauen unser Haus – Das große Buch vom Hausbau Beate Bühl, Bettina Seeger, Matthias Ullmann/Verlag Georg D.W. Callwey, München 2016

Unser Fertighaus-Handbuch – In neun Schritten ins perfekte Eigenheim Magnus Enxing, Michael Bruns/Stifung Warentest, Berlin 2015

Datum: 09.11.2017


Ähnliche Blogeinträge