Der Kaufvertrag für mein Fertighaus

Der Kaufvertrag ist ein komplexes Dokument, das sämtliche Leistungen und Bedingungen, die du mit dem Fertighausanbieter ausgehandelt hast, umfasst. Wir verraten dir, was alles drin stehen muss und wie die Vertragsgestaltung und -abwicklung abläuft.


Die goldene Regel

Für den optimal aufgesetzten Kaufvertrag gilt als goldene Regel: Sämtliche Details, vom Material über Ausführung und Sonderleistungen bis zu Zuständigkeiten und Zahlungskonditionen müssen ausverhandelt, besprochen und festgelegt werden. All dies muss in den Kaufvertrag hinein, damit es danach keine Unklarheiten gibt. So vermeidet man für beide Seiten böse Überraschungen.


Checkliste für den Kaufvertrag

Bevor du unterschreibst, sollten folgende Fragen abgeklärt sein (nach Gruber/Bruckner, 2012, S. 90):

  • Um welche Konstruktionsart handelt es sich beim gewählten Fertighaus?
  • Welche Materialien werden verwendet (Dämmstoffe, Holzschutzmittel, …)?
  • In welchem Zeitraum wird das Haus zur Baustelle geliefert?
  • Wann ist der Fertigstellungstermin?
  • Wie lange dauert die Montage?
  • Sind bei großen Glasflächen ausreichende Beschattungsmöglichkeiten vorgesehen?
  • Kann das Dachgeschoß später ausgebaut werden?
  • Welche Wartungsarbeiten werden am Gebäude notwendig sein?
  • Was steht im Energieausweis, wie lauten die technischen Gebäudedaten?
  • In welchem Ausmaß und zu welchen Kosten sind (Grundriss-)Änderungen möglich?
  • Welche haustechnischen Anlagen und Einrichtungen sind inkludiert?
  • Welche Ausbaustufe nach der ÖNORM B 2310 hast du gewählt und gibt es Abweichungen dazu?
  • Welche Arbeiten sind im angebotenen Leistungsumfang nicht enthalten?
  • Übernimmt der Fertighausanbieter zusätzliche Arbeiten?
  • Ist der Fertighausanbieter der Generalunternehmer? Wenn ja, haftet er auch für seine Subunternehmer und du hast nur einen Ansprechpartner im Falle von Mängeln.
  • Welche Zusatzarbeiten werden von einem externen Baumeister oder Professionisten übernommen?
  • Wer koordiniert die Arbeiten der Drittfirmen?
  • Wie lauten die Zahlungskonditionen?
  • Ist ein Haftrücklass möglich, also ein Zurückbehaltungsrecht am Werklohn im Falle mangelhafter Leistung?
  • Zu welchen Konditionen kann man vom Vertrag zurücktreten?

Kompetent beraten lassen

Um all diese Fragen beantworten zu können, lass dich im MUSTERHAUSPARK ausführlich beraten. Sei ruhig beharrlich und stelle auch unangenehme Fragen, seriöse Fertighausberater haben damit kein Problem. Im Gegenteil, es ist für beide Seiten von Vorteil, wenn sämtliche Eventualitäten vorab durchgesprochen werden. Kläre alle Ausstattungsdetails und prüfe deine Finanzierungsmöglichkeiten. Wurde der Vertragsentwurf aufgesetzt, nimm ihn mit nach Hause und lies ihn in Ruhe durch oder lasse ihn von einem Rechtsanwalt oder Notar prüfen, wenn du dir unsicher bist.


Die Vertragsgestaltung

Aus rechtlicher Sicht beinhaltet der Kaufvertrag für ein Fertighaus eine Kauf- und eine Werkvertragskomponente. Manche Fertighaushersteller nennen den Kaufvertrag auch Werkvertrag, gemeint ist aber dasselbe und es sind stets beide Komponenten enthalten. Eine allgemeingültige Vorlage für den Kaufvertrag gibt es nicht, jeder Fertighausanbieter verwendet seinen eigenen Mustervertrag. Entdeckst du beim Durchlesen des Entwurfs Punkte, die so nicht besprochen waren, lass diese abändern. Gültig wird der Vertrag erst, wenn du deine Unterschrift darunter setzt. Im Folgenden findest du die vier wichtigsten Punkte, die im Vertrag geregelt werden müssen.


Checkliste Inhalte des Kaufvertrags

  1. Leistungsumfang
  2. Fixtermin und Fixpreis
  3. Zahlungskonditionen
  4. Pflichten des Bauherren

1. Leistungsumfang

Dieser enthält detaillierte Angaben darüber, welche Leistungen der Fertighausanbieter erbringt. Für jede Ausbauvariante gibt es eine genaue Bau- und Leistungsbeschreibung, auf die im Kaufvertrag verwiesen wird. Abweichungen davon oder individuelle Ausstattungswünsche müssen im Vertrag festgehalten werden. Juristisch formuliert bedeutet das, dass die Änderungen zum Vertragsbestandteil werden. Das betrifft auch alternative Grundrisse, Sanitär- oder Elektroinstallationen. Dabei werden die neuen Pläne und Planskizzen als Beilage in den Vertrag aufgenommen. Darin sind auch Lage und Anzahl von Wasser- und Abwasseranschlüssen, Steckdosen und Schalter ersichtlich. Diese Vorgehensweise ist deshalb so wichtig, weil der Hersteller im Werk nur so genau arbeiten kann, wie der Auftrag hereinkommt. Das spart Streitigkeiten und finanzielle Mehrbelastungen. Tipp: Nur wenn im Leistungsumfang auf die ÖNORM B 2310 verwiesen wird, ist diese verbindlich! Nach der Erstellung des Leistungsumfangs schickt die Fertighausfirma innerhalb eines vereinbarten Zeitraums, z. B. binnen vier Wochen, die Auftragsbestätigung.


2. Fixtermin und Fixpreis

Da es bei einem Handwerk natürlich immer zu Abweichungen kommen kann, gibt es auch beim Fertighaus keine Vereinbarung, die auf den Tag genau gültig ist. Deshalb gibt es den voraussichtlichen Baubeginn und den spätesten Fertigstellungstermin. Die Fertighausfirma rechnet einen zeitlichen Puffer mit ein, damit du ohne Verzögerung einziehen kannst. Dieser Zeitraum wird ebenfalls im Kaufvertrag festgehalten. Beim Fertighaus erhältst du einen Fixpreis, d. h., dass Preissteigerungen während des Produktionszeitraums nicht an dich als Kunde weitergegeben werden.


3. Zahlungskonditionen

Im Kaufvertrag wird dokumentiert, wann welche Zahlung zu leisten ist. Die Anzahlung macht in der Regel zwischen fünf und zehn Prozent vom Kaufpreis aus. Der restliche Betrag kann beispielsweise an den Baufortschritt gekoppelt in Raten gezahlt werden. Für die Dauer der Gewährleistungsfrist, das sind in Österreich drei Jahre, kann ein Haftrücklass vereinbart werden. Dann wird der Restbetrag, ein festgelegter Prozentsatz des Kaufpreises, erst nach Verstreichen der Frist fällig. Wenn du dich für die Themen Finanzierung, Kredite und Zinsen interessierst, findest du in unserer MUSTERHAUSPARK-Blogkategorie Finanzierung & Recht weiterführende Informationen.


4. Deine Pflichten als Bauherr

Als Käufer hast auch du einige Pflichten, die im Kaufvertrag erwähnt werden. Dazu gehören die Beschaffung der Unterlagen für die Baueinreichung, wie Grundbuchauszug oder Bauplatzerklärung. Sind die Behördengänge erledigt, muss die Baustelle eingerichtet werden, also Wasser- und Stromanschlüsse hergestellt und Versicherungen abgeschlossen werden. Bis hin zum Baustellen-WC für die Arbeiter. Wird der Keller oder die Bodenplatte von einem externen Gewerk hergestellt, obliegt dir die Verantwortung der Koordination und Abnahme.


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Datum: 18.01.2018


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