Das Niedrigenergiehaus als Fertighaus

Wann ist ein Haus ein Niedrigenergiehaus, welches Heizsystem sollte verwendet werden und was ist der Unterschied zum Passivhaus? Diese und weitere Fragen beantworten wir im heutigen Blogeintrag!


Standard im MUSTERHAUSPARK

Die Häuslbauer von heute stellen so einige Anforderungen an ihr Traumhaus: es soll preiswert, aus guten Materialien, mit ausgeklügelter Technik versehen und vor allem ein ökologisch einwandfreies Gebäude sein. Dann ist das Fertighaus die richtige Wahl. Bei den Fertighausanbietern im MUSTERHAUSPARK sind Niedrigenergiehäuser längst Standard. Die energieeffiziente Bauweise wird hier serienmäßig mit modernster Technik umgesetzt. Eine gute Wärmedämmung sowie thermisch hochwertige Außenfenster und -türen tragen zur Luftdichtheit der Gebäudehülle bei und halten den Energieverbrauch niedrig. Zudem verfügen die Fertighäuser über eine kompakte Gebäudeform, was wiederum dem Energiehaushalt zugute kommt. Die Ausrichtung des Fertighauses auf dem Grundstück wird so geplant, dass eine Nutzung der Sonnenenergie optimal möglich ist. So versorgen Photovoltaik- und Solaranlagen das Haus mit Warmwasser und Strom.


Was ist die Energiekennzahl?

Die Energiekennzahl beschreibt, wie viel Heizwärme das Fertighaus im Jahr verbraucht. Sie drückt also den Heizwärmebedarf aus. Dabei wird von sogenannten genormten Bedingungen ausgegangen. Ist der Winter einmal viel kälter oder milder, weicht der reale Heizwärmebedarf natürlich von der Energiekennzahl ab.


kWh/m2 – die Währung der Energiekennzahl

Die Energiekennzahl wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter Bruttogeschoßfläche und Jahr angegeben, kurz kWh/m2. Die Zahl ist umso kleiner, je niedriger der Heizwärmebedarf ist. Zum Vergleich: 10 kWh/m2 entsprechen einem Liter Heizöl. Stuft der Fertighaushersteller also dein Traumhaus z. B. mit 40 kWh/m2 im Jahr ein, entspricht das dem Verbrauch von vier Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr. Tipp: Es ist gar nicht so schwierig, die durchschnittlichen Heizkosten pro Quadratmeter für dein geplantes Fertighaus zu berechnen. Frag einfach beim lokalen Energielieferanten, wie viel eine Kilowattstunde kostet.


Übersicht: Energie-Haustypen

  • Standardhaus: 100-80 kWh/m² im Jahr
  • Niedrigenergiehaus: 40-30 kWh/m² im Jahr
  • Passivhaus: max 15kWh/m² im Jahr

Alte Einfamilienhäuser mit Baujahr bis in die 1980er-Jahre liegen sogar oft bei über 200 kWh/m2 im Jahr, Häuser ab den 1990er-Jahren liegen meist zwischen 80 und 100 kWh/m2 im Jahr und werden hier als Standardhaus bezeichnet.


Landesförderung für energiesparendes Bauen

Planst du einen Neubau, solltest du unbedingt energiesparend bauen. Das zahlt sich auch finanziell aus. Leider gibt es in Österreich kein einheitliches Fördermodell, da dies von den einzelnen Bundesländern geregelt wird. Im Schnitt liegst du mit einer Energiekennzahl zwischen 20 und 50 kWh/m2 im Jahr gut im Rennen um eine Förderung. Um einen Antrag auf Förderung zu stellen, brauchst du einen Energieausweis. Er ist quasi der Typenschein fürs Fertighaus und enthält alle relevanten Daten zu energietechnischen Eigenschaften wie etwa die thermische Qualität der Gebäudehülle oder das Heizsystem. Darin ist auch der U-Wert vermerkt, der den Wärmedurchgang bei den Bauteilen der thermischen Hülle beschreibt, bei der Wand oder beim Fenster. Auch hier gilt: Je niedriger der Wert, desto besser. In diesem Blogbeitrag findest du ausführliche Infos zum Energieausweis. Nach der Baufertigstellung müssen der Förderstelle dann die Prüfungsprotokolle, Gutachten und Bestätigungen vorgelegt werden. Je mehr das Niedrigenergiehaus Richtung Passivhaus tendiert, also je niedriger die Energiekennzahl ist, desto mehr Förderung erhältst du.


Niedrigenergiehaus vs. Passivhaus

Die Unterschiede der beiden Haustypen haben wir dir in der folgenden Tabelle übersichtlich zusammengefasst. Grundsätzlich ist das Passivhaus die Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Es sind aber auch viel strengere Voraussetzungen zu erfüllen, zum Beispiel ist nicht jeder Baugrund für das Passivhaus geeignet, wenn es etwa keine Südausrichtung gibt. Außerdem fallen höhere Kosten für den Bau an, da die Dämmung noch besser und die Gebäudehülle noch luftdichter sein müssen. Gestalterisch hat man beim Niedrigenergiehaus mehr Freiheiten, da große Fensterfronten auch in andere Himmelsrichtungen als in den Süden zeigen dürfen – beim Passivhaus sollte das unbedingt vermieden werden. Dafür kann beim Passivhaus die Heizung ganz weggelassen werden.

Hier die Anforderungsunterschiede im Detail:

  • Baugrund
    • Niedrigenergiehaus: keine Anforderungen
    • Passivhaus: Schattenlage oder Nordhang sind verboten
  • Gebäudeform
    • Niedrigenergiehaus: kompakte Form empfohlen
    • Passivhaus: kompakte Form erforderlich
  • Gebäudehülle
    • Niedrigenergiehaus: sollte luftdicht sein
    • Passivhaus: muss luftdicht sein
  • Keller
    • Niedrigenergiehaus: keine Anforderungen
    • Passivhaus: Abgang zum Keller muss außerhalb des Gebäudes liegen oder mit luftdichtem Abschluss und sehr guter Dämmung versehen sein
  • Wärmebrücken
    • Niedrigenergiehaus: sollten vermieden werden
    • Passivhaus: verboten
  • Lüftungsanlage mit Wärmetauscher
    • Niedrigenergiehaus: möglich
    • Passivhaus: erforderlich
  • Heizsystem
    • Niedrigenergiehaus: erforderlichh
    • Passivhaus: nicht erforderlich
  • Haushaltsgeräte
    • Niedrigenergiehaus: sollten energieeffizient sein
    • Passivhaus: müssen energieeffizient sein
  • Fensterfronten
    • Niedrigenergiehaus: Südausrichtung empfohlen
    • Passivhaus: Südausrichtung ein Muss, andere Ausrichtungen sind verboten
  • Energiesparlampen
    • Niedrigenergiehaus: empfohlen
    • Passivhaus: erforderlich

Ist die Gebäudehülle entsprechend luftdicht, kann auch im Niedrigenergiehaus eine kontrollierte Wohnraumlüftung zur Wärmerückgewinnung installiert werden. Das bringt weiteres Einsparungspotential und sorgt für eine hohe Luftqualität in den Räumen. Wichtig für beide Haustypen ist eine gute Beschattung großer Fensterflächen, damit das Haus im Sommer nicht überhitzt.


Checkliste: Anforderungen an das Niedrigenergiehaus

  • Energiekennzahl max. 40 kWh/m2 im Jahr
  • gute Wärmedämmung
  • Gebäudehülle mit hoher Luftdichtheit
  • thermisch hochwertige Fenster und Türen
  • möglichst keine Wärmebrücken
  • möglichst kompakte Gebäudeform

Dein Weg zum Niedrigenergiehaus

Du bist neugierig geworden und möchtest gerne Niedrigenergiehäuser verschiedener Anbieter vergleichen? Komm in deinem nächstgelegenen MUSTERHAUSPARK in Eugendorf, Haid oder Graz vorbei und lass dich inspirieren von der großen Auswahl an Häusermodellen. Nimm dir einen Nachmittag Zeit, um durch den Park zu spazieren und dich von den Fertighausberatern kostenlos und unverbindlich informieren zu lassen. Vielleicht entdeckst du ja dein Traumhaus! Das Team vom MUSTERHAUSPARK freut sich auf deinen Besuch!


Quelle:

Fertighaus & Recht Martin Gruber, Erwin Bruckner/Verein für Konsumenteninformation (Hrsg.), Wien 2012, 2. akt. Aufl.

Datum: 15.02.2018