Bevor du unterschreibst …

Wahrscheinlich ist der Kauf eines Fertighauses die größte Investition in deinem (bisherigen) Leben. Da geht’s zumeist um richtig viel Geld! Deshalb informieren wir dich in diesem Blog-Beitrag, worauf du vor einem Vertragsabschluss unbedingt achten musst. Also: Aufmerksam weiterlesen, es zahlt sich aus!


Nur ein Ansprechpartner

Bevor es zu diesem spannenden Thema zur Sache geht, möchten wir dir noch ein paar Worte über die grundsätzlichen Vorteile eines Fertighauses in Erinnerung rufen: Etwa jedes dritte neu gebaute Einfamilienhaus in Österreich ist ein Fertighaus. Diese Art des Hausbaus ist sehr beliebt. Gründe dafür sind die fixen Baukosten, die Energiestandards (Stichwort Niedrigenergie- oder Passivhaus) und die Zeitersparnis gegenüber der Massivbauweise. Da die Gebäudeteile vorgefertigt aus der Fabrik kommen, wird ein Fertighaus im Normalfall innerhalb von wenigen Tagen errichtet und kann zumeist schon kurz danach bezogen werden. Ein weiterer Vorteil: Wenn du „konventionell“ baust, musst du die vielen Lieferanten und Gewerke zumeist untereinander koordinieren – das kann viel Zeit und Nerven kosten und erfordert ziemlich viel Know-how. Beim Kauf eines Fertighauses hast du hingegen nur einen Vertrags- und Ansprechpartner, was das Haus selbst betrifft. Und dieser eine Partner hilft dir sogar bei den notwendigen Vorleistungen!


Der Kaufvertrag im Detail

Apropos Vorleistungen: Fertighäuser werden meist „ab Oberkante Keller“ oder „ab Bodenplatte“ angeboten. Das bedeutet, dass du für den Keller und sein Fundament bzw. für das Betonieren jener ebenen und wasserdichten Fläche, auf der das Haus später errichtet wird, selbst verantwortlich bist. Da gibt es im Vorfeld viel zu tun – vom Aushub über die Anschlüsse bis hin zur Bereitstellung eines brauchbaren Zufahrtsweges. Manche Aussteller in den Musterhausparks greifen dir jedoch auch bei diesen wichtigen Vorarbeiten bereits unter die Arme und kümmern sich gemeinsam mit ihren Partnerfirmen um die fachgerechte und pünktliche Ausführung dieses ersten Bauabschnitts, den du nicht unterschätzten sollst!


Der Bauberater – dein Partner

In den Musterhausparks sind nicht nur alle wichtigen Hersteller von Fertighäusern vertreten. Dort wirst du natürlich auch kompetent und umfassend beraten. Dein Partner vom Erstgespräch über die individuellen Details bis hin zur Vertragsunterzeichnung und darüber hinaus ist der jeweilige Bauberater. Dabei handelt es sich zumeist um sehr gut geschulte Personen, die nicht selten auf eine jahrelange Erfahrung mit Fertighäusern verweisen können.


Alle Eigenleistungen schriftlich festlegen

Unsere Tipps: Besprich erstens alle Leistungen, die du als Bauherr selbst übernimmst, mit dem Bauberater und halte alles mündlich Vereinbarte schriftlich fest. Das spart Missverständnisse und Ärger.

Kaufvertrag – transparent und verständlich

Und zweitens sollen alle Leistungen, die das Fertighausunternehmen erbringen muss, klar und unmissverständlich im Angebot bzw. im Kaufvertrag ausgewiesen werden. Transparenz, genaue Informationen, ein gut strukturiertes, in allen Punkten 100% verständliches und übersichtliches Angebot sowie eine kompetente Beratung sind hier das oberste Gebot.

Tipp: Fragen kostet nichts! Deshalb fragen, fragen, fragen – so lange, bis wirklich jeder einzelne Vertragsbestandteil klar ist!


Ungeplante Kosten

Neben den Ausgaben für den Hausbau selbst fallen natürlich auch noch weitere Kosten an, die du anfänglich vermutlich nicht auf dem Radar hast. Ein guter und seriöser Berater wird dich in deinen Vorgesprächen auf möglichst viele Eventualitäten aufmerksam machen.

Tipp: Im Internet gibt es sehr brauchbare Checklisten, damit du in der Finanzplanung nichts vergisst. Auch in unseren Musterhaus-Blogs findest du dazu immer wieder wertvolle Hinweise und Warnungen. Aber aufpassen: Ein Restrisiko wird es immer geben, denn ein solches Großprojekt kannst du nie hundertprozentig genau kalkulieren. Unabhängig von der gewählten Bauweise solltest du daher immer mit einigen zusätzlichen, nicht budgetierten „Kleinigkeiten“ rechnen. Die können in Summe einen schönen Batzen Geld bedeuten!


Zusatzkosten konkret

Beispiele für solche Zusatzkosten sind:

  • Kosten für Ver- und Entsorgungsleitungen inkl. Grabarbeiten bis zur Grundstücksgrenze z. B. für Gas, Wasser, Strom, Kanal und Telefon,
  • Kosten für den Baustellen-Koordinator (dieser muss extern durch den Bauherrn beauftragt werden),
  • Anschluss- und Installationsgebühren bei Versorgungsunternehmen,
  • Versicherungen (bei manchen Anbietern sind mehrere Jahre Gratis-Versicherung auf Wunsch inkludiert) oder
  • Kosten durch Behördenauflagen wie z.B. Schallschutzfenster, zusätzliche PKW-Abstellplätze auf dem Grundstück oder andere bauliche Maßnahmen.

Seriöser Anbieter

Die Auswahl der Fertighaus-Anbieter ist groß. Ein Teil von davon ist Mitglied des Österreichischen Fertighausverbandes (ÖFV) und unterwirft sich damit freiwillig strengen Qualitätskontrollen durch eine unabhängige staatliche Prüf- und Überwachungsstelle. Nur diese überprüften Firmen dürfen das „Gütezeichen Fertighaus" tragen. Darüber hinaus verpflichten sich die Mitgliedsunternehmen zur Fixpreisgarantie.

Tipp: Bei der Auswahl des Fertighausherstellers solltest du dich über die finanzielle Stabilität des Unternehmens erkundigen. Verschiedene Wirtschaftsauskunfteien liefern hier im Rahmen einer Bonitätsprüfung wertvolle Anhaltspunkte.

Kurz gesagt: Bevor du ein verbindliches Kaufanbot bzw. einen Kaufvertrag unterschreibst, solltest du dir:

  • viel Zeit nehmen und nachfragen, bis wirklich jeder Punkt verständlich ist,
  • die wirtschaftliche Lage des Anbieters von unabhängiger Stelle prüfen lassen („Bonitätsprüfung”) und
  • die Zusatzkosten, die unweigerlich anfallen, schon im Vorfeld erkennen und mit einkalkulieren.

Datum: 16.03.2017