Bedarfsgerecht planen

Wenn man über die Häuser von Filmstars oder Spitzensportler liest, könnte man vor Neid erblassen. Gigantische Grundstücksgrößen gehen bei solchen Leuten nicht selten Hand in Hand mit Wohnflächen jenseits der tausend Quadratmeter. Na gut, jedem das seine. Für Otto Normalverbraucher wird das Fertighaus ein Stück kleiner ausfallen. Macht nichts – denn bei vorausschauender und vor allem bedarfsgerechter Planung findet sich sicher ein guter Kompromiss aus Flächenbedarf und Gesamtkosten.


Wohnfläche pro Kopf wächst

Im heutige Blog möchten wir dich dabei unterstützen, die optimale Größe deines Fertighauses schon vor der Detailplanung zu ermitteln. Eines vorweg: Größe ist immer auch etwas ganz Subjektives. Was dem einen als riesig vorkommt, empfindet der andere als mickrig und eng. Freilich wissen die meisten Menschen gerade auch beim Wohnen eine gewisse Großzügigkeit zu schätzen – vor allem, wenn man sich’s leisten kann. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person wächst von Generation zu Generation markant – das bestätigen die Statistiken. So hat auch bei uns in Österreich seit 30 Jahren die pro-Kopf-Fläche in jeder Dekade um jeweils 5 m² zugenommen. Heute liegt der Wert bei rund 48 m², für das Jahr 2030 wird ein durchschnittlicher Wohnflächenbedarf von rund 55 m² pro Person vorausgesagt.


Fertighäuser bieten Vielfalt an Möglichkeiten

Nur dass es keine Missverständnisse gibt: Gemütliches, bequemes und großzügiges Wohnen ist auch in bescheidenen Verhältnissen möglich! Vor allem die intelligente Grundrissplanung erlaubt, kompakte Räume optimal zu nutzen – was einer mehrköpfigen Familie etwa eine gute Mischung aus Rückzugszonen und Gemeinschaftsflächen bieten kann. So klein wie möglich bauen, verringert zudem die Erstellungs- und Betriebskosten. Und gerade beim flächenoptimierten Planen können die Fertighaus-Hersteller einen ihrer Trümpfe voll ausspielen. Denn es gibt schier unendlich viele Varianten – vom smarten Bungalow für die Generation 50plus bis zur größzügigen Stadtvilla, in der sich nicht nur die Eltern, mehrere Kinder und der Hund pudelwohl fühlen, sondern auch Oma und Opa Platz finden, wenn sie auf Besuch kommen.


Zwischen 100 und 150 Quadratmeter

Die Rückmeldungen der Fertighaushersteller bestätigen es. Die meisten Einfamilienhäuser, die in den Musterhausparks gekauft werden, haben eine Wohnnutzfläche zwischen 100 m² und 150 m². Zur Nutzfläche sind aber auch Reserveflächen, Erschließungszonen oder der Stauraum zu zählen. Die innere Struktur jedes Hauses verlangt jedoch immer eine klare Raumzuweisung: Wenn du zweistöckig baust, werden Schlafzimmer und Rückzugsorte oft im Obergeschoß platziert. Wohnräume sowie die hauptsächlichen Aufenthaltsbereiche sind hingegen dort vorzusehen, wo die Sonne für viel Wärme und Licht sorgen kann. Denn tatsächlich gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang von Grundriss, Raumaufteilung und dem künftigen Energieverbrauch!


Erstelle dein persönliches Nutzungskonzept

Erster Schritt: Lege in einem sogenanten Raumprogramm deinen realistischen Bedarf fest:

  • Möchtest du einen ebenerdigen Bungalow (Achtung: Platzbedarf! Eher größeres Grundstück nötig!) oder ein Fertighaus mit einem ersten Stock?
  • Sind Kinderzimmer gewünscht und wenn ja wie viele?
  • Wird ein Home-Office benötigt?
  • Soll im Keller ein Wellnessraum und/oder eine Sauna berücksichtigt werden?
  • Möchtest du eine überdachte Terrasse und/oder Balkone?
  • Soll die Küche ein eigener Raum sein oder fließend in den Wohnbereich übergehen?
  • Ist eine Speis, also ein Lagerraum für Lebensmittel, gewünscht?
  • Garage oder Carport?

Wichtig: Gehen wir davon aus, dass das Grundstück bereits gefunden bzw. vorhanden ist: Wo geht die Sonne auf, wo unter? Wie kann das im Tagesverlauf wechselnde Licht optimal in den Grundriss und deinen Raumbedarf mit eingebunden werden? Wie also ist die grundsätzliche Ausrichtung des Fertighauses bezogen auf den Baugrund – auch unter Berücksichtigung von Zufahrt, Nachbarschaft, Lärm und eben auch den Lichtverhältnissen?

Anhand dieses ersten groben Raumprogramms und Infos zum Grundstück können dir die Fertighausberater in den MUSTERHAUSPARKS rasch und unverbindlich bei der Vorauswahl des Grundrisses helfen. Ein wichtiger Meilenstein, der dich deinem Traumhaus einen Riesenschritt näher bringt!

Tipp: Behalte immer auch einen Plan B im Talon, falls deine Wünsche an den Raumbedarf letztlich nicht ganz mit deinen finanziellen Möglichkeiten zusammenpassen. Dann fällt das „Abspecken“ leichter. Und wie eingangs erwähnt: Mit einem cleveren Grundriss muss dein Fertighaus bei weitem nicht so groß ausfallen wie die Paläste der Filmstars!


Diese Fachbegriffe solltest du dir merken

Es schwirren oft ganz unterschiedliche Begriffe durch den Raum, die für Verwirrung und Missverständnisse sorgen können. Hier ein Überblick:

Hauptnutzfläche (HNF): Gesamte bewohnbare Fläche einer Wohnung ohne Wände, Abstellräume oder Keller. Oft auch als (Netto-)Wohnfläche bezeichnet.

Nebennutzfläche (NNF): Fläche aller Nebenräume wie Estrich oder Keller.

Nettogeschoßfläche: Zur Nettogeschoßfläche gehören die Flächen aller beheizten Wohnräume, welche mit einem Bodenbelag belegt werden könnten. Aber Achtung: Auch Flächen unter der Küchenkombination, unter der Badewanne und unter Einbauschränken gehören dazu.

Energiebezugsfläche (EBF): Summe aller ober- und unterirdischen Geschoßflächen, die innerhalb der thermischen (gedämmten) Gebäudehülle liegen und für deren Nutzung ein Beheizen oder Klimatisieren notwendig ist.

Datum: 10.11.2016