An später denken: barrierefreies Wohnen

Dein Fertighaus soll dir ein ganzes Leben lang und in allen Situationen ein geborgenes Zuhause sein. Daher ist es schon jetzt wichtig, an die Zukunft zu denken! Besonders während der Hausplanung kannst du ohne viel Aufwand barrierefrei gestalten, was hinterher nur schwer und kostenintensiv umzusetzen ist.


Vorausplanen ist angesagt

Bei barrierefreiem Wohnen denkt man meist an das Alter. Dabei profitiert man aber nicht nur als Senior davon: Wie schnell ist ein Bein gebrochen und man verbringt Wochen mit Gips und Krücken, und auch vor Schicksalsschlägen ist man nie gefeit. Wer vorausdenkt, wird im Notfall dankbar sein, nicht auch noch das Haus umbauen zu müssen.


Was bedeutet barrierefreies Wohnen?

Barrierefreiheit bedeutet Selbstständigkeit und Mobilität in allen Lebensphasen. Es gibt bestimmte Normen des barrierefreien Bauens, die das Sozialministerium ausführlich im Handbuch Barriere:frei beschreibt. Diese kann man ganz einfach bei der Planung des Fertighauses berücksichtigen und im Notfall darauf zurückgreifen.


Bewegungsfreiheit

Barrierefrei bauen heißt in erster Linie so viel Bewegungsfreiheit zu schaffen wie möglich, um auch mit dem Rollstuhl oder Rollator überallhin zu kommen. Aber auch im Alltag mit der Familie sind barrierefreie Durchgänge optimal. Ob mit Kinderwagen, Roller oder Staubsauger – Schwellen oder enge Türen sind einfach unnötig. Unbequem wird es mit dem Rollstuhl oder Rollator vor allem, wenn man zu wenig Bewegungsflächen hat, d. h. Platz zum Umdrehen. Dafür braucht es jedoch weniger Radius, als man denkt – 150 cm Durchmesser reichen. Tipp zum Überprüfen, ob man genug Bewegungsfläche eingeplant hat: mit einem großen, aufgespannten Schirm Flächen in Garderobe, Vorraum, WC oder neben dem Bett abgehen und schauen, wo man aneckt.

  • keine Stufen oder Schwellen bei Haustüre oder zwischen Räumen
  • Durchgänge mit mindestens 80 cm Breite planen (nicht über 100 cm)
  • 150 cm Bewegungsflächen in Garderobe, WC, vor Kasten, Bett usw.
  • Steckdosen in 40 cm, Lichtschalter in 80 – 110 cm Höhe anbringen
  • Stufen mit rutschfesten Kanten und geschlossenem Profil versehen, damit man nicht hängenbleibt
  • Handlauf bei Treppen auf beiden Seiten in 85 – 90 cm Höhe; soll über Treppe hinausragen, damit man sich vor der Stufe schon festhalten kann
  • Aufzugsschacht vorsehen, das hält die Kosten beim nachträglichen Einbau im Rahmen (kann derweil als Abstellraum genutzt werden)
  • an Treppenlift für Rollstuhlfahrer denken: setzt eine Treppenbreite von 120 cm voraus

Einfach ankommen

Barrierefrei wohnen beginnt schon beim Heimkommen. Steigt man mit dem Einkauf und den Kids aus dem Auto oder betritt mit dem Kinderwagen das Haus, freut man sich über genug Platz, ebene Wege und Ablageflächen.

  • Parkfläche 3,5 m breit
  • Ebene Wege; Achtung: Rasensteine sind Stolperfallen
  • Überdachter Eingang mit guter Beleuchtung
  • Rampe vorsehen: max. 6 % Neigung und mind. 120 cm Breite
  • Eingangstür 90 – 100 cm breit
  • Vorraum mit Ablageflächen, Garderobenhaken in 100 – 120 cm Höhe 

Fürs Leben bauen

Flexibel nutzbare Räume sind das A und O der vorausschauenden Planung. Besonders wichtig ist es, dass man im Erdgeschoß notfalls auch vollwertig wohnen kann, d. h. schlafen, kochen und sich waschen. So kann aus dem Gästezimmer ein Schlafzimmer werden und aus dem Gäste-WC das Bad. Ältere Menschen halten sich viel zuhause auf. Da werden helle Räume mit schöner Aussicht und leicht zu öffnende Terrassentüren und Fenster von großer Bedeutung.

  • Möbel im Sockelbereich unterfahrbar planen, das gilt vor allem für Arbeitsflächen in der Küche (sonst müsste man im Rollstuhl z. B. seitlich schneiden)
  • Keine Schwellen auf Terrasse oder Balkon
  • Bett- sowie Sitzmöbelhöhe 45 – 50 cm, großes Nachkästchen 

Ein Hoch auf die Technik

Die Technik erleichtert das Leben, besonders wenn die Mobilität eingeschränkt ist. Wer eine Leerverrohrung für nachträgliche Automatisierungen einplant, sorgt vor! TV-Anschluss im Schlafzimmer vorsehen; Lichtschalter, Türöffner und Notruf vom Bett aus bringen Unabhängigkeit.


Oase für jede Lebensphase

Ein durchdachtes Bad ist besonders wichtig, denn an diesen Raum werden hohe Anforderungen gestellt. Und wieder sind es die 150 cm Bewegungsfläche, die aus einem Bad ein barrierefreies Bad machen. Und gar nicht so sehr die Größe des Raums an sich, wie viele denken.

  • Dusche mit rutschsicherem Belag und Bodensiphon bzw. Duschrinne
  • Montage von Haltegriffen vorsehen (tragende Wände)
  • Ideale Waschtischhöhe 80 – 85 cm, viele Ablageflächen
  • Spiegel sollte bis zum Waschtisch reichen
  • Dusche mind. 90 x 90 cm (RollstuhlfahrerInnen benötigen mind. 150 x 150 cm oder 180 x 130 cm)
  • Badewanne 50 cm hoch 

Um dir ein Bild von einem barrierefreien Bad oder Durchgängen ohne Schwellen zu machen, komm am besten im MUSTERHAUSPARK vorbei. Hier kannst du barrierefreies Wohnen live erleben. Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Datum: 04.05.2017