Die besten Zinsen für deinen Kredit

Zur Finanzierung des Eigenheims kommt man um einen Wohnkredit meist nicht herum. Aber kennst du den Unterschied zwischen fixen und variablen Zinsen, weißt du, was ein Zinscap ist und wovon die Höhe des Zinssatzes abhängt? In diesem Blog-Beitrag erklären wir alle Fakten rund um die Zinsen.


Was sind Zinsen eigentlich?

Für den Laien ist die Welt der Finanzen oft ziemlich undurchschaubar. Aber spätestens wenn man sich den Traum vom Fertighaus erfüllen möchte, muss man sich mit Finanzierungsmöglichkeiten beschäftigen. Per Definition sind Zinsen, vom lateinischen census für „Vermögensschätzung“ abgeleitet, das Entgelt für befristet überlassenes Kapital. Sie sind der Preis, den die Bank für einen Kredit verlangt. Die Höhe der Zinsen richtet sich dabei grundsätzlich – wie es dem Wesen der Marktwirtschaft entspricht – nach Angebot und Nachfrage. Das Risiko eines Kreditausfalls vermeidet die Bank durch die Risikoeinschätzung des Kreditnehmers, die sogenannte Bonität. Dafür musst du angeben, über wie viel Eigenkapital du verfügst, wie viel du monatlich verdienst, ob du bereits Immobilien besitzt etc. Einen Wohnkredit erhältst du nur dann, wenn die Bank dir eine gute Bonität bescheinigt.


Die Höhe des Zinssatzes

Wie hoch der Zinssatz für den Kredit ist, hängt also von deiner Bonität und deinem verfügbaren Eigenkapital ab. In der Regel verlangen Banken mindestens zehn Prozent Eigenkapital, die günstigsten Zinskonditionen gibt es meist erst bei 50 Prozent. Auch das aktuelle Zinsniveau sowie die Laufzeit des Kredits beeinflussen die Höhe des Zinssatzes. Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, desto höher der Zinssatz.


Niedrigzinsphase in Österreich

Die Zinsen liegen seit Jahren auf einem Rekordtief, daran ändert auch der leichte Zinsanstieg im Herbst 2016 wenig. Die Niedrigzinsphase erfreut Sparer wenig, da es auf Spareinlagen kaum Zinsen gibt und nach Abzug der Kapitalertragssteuer und der Inflation am Ende nicht viel übrig bleibt. Für Kreditnehmer – und damit Häuslbauer – haben sich die letzten Jahre allerdings als Segen erwiesen. Außerdem gelten Immobilien in Zeiten des unsicheren Finanzmarktes als wertbeständige Anlage.


Variable vs. fixe Zinsen

Auf den ersten Blick locken Kredite mit variablen Zinsen. Hier wird die Zinshöhe zumeist im Quartal auf der Basis des Euribor angepasst. Bleiben die Zinsen auch in den nächsten Jahren auf einem niedrigen Niveau, ist das die günstigste Variante. Allerdings kann ein Kredit mit variablen Zinsen auch zur Kostenfalle werden, wenn diese steigen. Ein Wohnkredit mit Fixzins bietet die Sicherheit eines stabilen Zinsniveaus, kann aber – wenn die Zinsen niedrig bleiben – im Summe um einiges teurer sein als ein Wohnkredit mit variablen Zinsen.


Zinscap – Versicherung gegen steigende Zinsen

Wählt man für den Wohnkredit dennoch die variablen Zinsen, um vom niedrigen Zinssatz zu profitieren, gibt es eine Art Versicherung: den Zinscap. Er sichert den variabel verzinsten Kredit im Falle steigender Zinsen ab, indem er den Zinssatz bei einer vorab definierten Zinsobergrenze – diesen nennt man im Fachjargon „Strike“ – abriegelt. D. h. es werden die Mehrkosten der über dem Strike liegenden Zinsen zurückerstattet. Die Laufzeit des Zinscaps wird individuell angepasst. Er kann für die gesamte Laufzeit des Kredits oder nur für einen bestimmten Zeitraum erworben werden.

Die Vorteile des Zinscaps:

  • du profitierst von niedrigen Zinsen, bist aber zugleich gegen steigende Zinsen abgesichert
  • du legst die Zinsobergrenze fest
  • die maximale Höhe der Kreditrate wird kalkulierbar 

Die Risiken des Zinscaps:
Bei Abschluss des Zinscaps muss man eine einmalige Prämie zahlen. Da man nicht vorhersehen kann, ob und wie hoch die Zinsen steigen, ist es auch unsicher, wie rentabel der Zinscap ist. Zudem ist der Zinscap ein sehr komplexes Finanzprodukt. Generell gilt: Je mehr die Zinsen steigen, desto mehr zahlt sich der Zinscap aus. Wenn der Strike nicht eintritt, also der Zinssatz unter der Obergrenze bleibt, gibt es keine Ausgleichszahlungen und man zahlt quasi drauf.

Vor dem Erwerb des Zinscaps musst du dir über folgende Punkte im Klaren sein:

  1. ab welchem Zeitpunkt er eingesetzt wird und wie lange die Laufzeit sein soll
  2. ab welcher Zinsobergrenze er greifen soll

Das oberste Gebot beim Kredit

Wie bei allen Finanzprodukten gilt beim Wohnkredit, wie auch beim Zinscap: Hol unbedingt mehrere Angebote ein und vergleiche die Konditionen! Frag nach, wenn dir etwas unklar ist und lass dich unverbindlich und ausführlich von der jeweiligen Bank beraten. Denn Fragen kostet bekanntlich nichts, für einen unpassenden Kredit zahlt man aber womöglich ein ganzes Leben lang.

Datum: 22.06.2017