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Geschichte

Fertigung von Wandelementen für Fertighäuser in den früheren Jahren
Die Fertigung der Wandelemente in früheren Zeiten.
Als einer der ersten in Österreich beschäftigte sich HARTL HAUS mit dem Fertighausbau. Auf der Jagdausstellung 1910 in Wien präsentiert Firmengründer Wenzl Hartl Kaiser Franz Josef I. das erste Einfamilienhaus. Das „Jagdhaus“ erhält den Staatspreis, Hartl den kaiserlichen Titel Hoflieferant. Das vorgefertigte Haus steht noch heute in Echsenbach in Niederösterreich, dem Firmensitz von HARTL HAUS.

Vor allem in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen boomt das Fertighaus zum ersten Mal. Tausende von Häusern werden im Raum Wien errichtet. Die Wände wurden vorgefertigt, die Decken- und Dachkonstruktionen in konventioneller Art gebaut. Ende der 1920er Jahre schlossen sich Zimmereibetriebe aus ganz Österreich zu einer Wirtschaftsgemeinschaft zusammen, aus der sich WIGO-HAUS entwickelt hat. Allerdings fehlten damals die geeigneten Hebewerkzeuge, weshalb die Fertighauspioniere „kleine Brötchen backen“ mussten.

Österreichisches Fertighaus der Firma HARTL HAUS
1. Österreichisches Fertighaus der Firma HARTL HAUS.
Der Zweite Weltkrieg verschafft dem Fertighaus den nächsten Schub. Denn Mannschaftsobjekte, Krankenstationen oder Behelfsheime mussten rasch und einfach errichtet werden. Aus diesen Vorläuferkonstruktionen entwickelte sich die spätere Kleintafelbauweise, die bis Mitte der 1970er Jahre Standard war.

Mitte der 50er Jahre entwarfen die beiden Architektenbüros Roland Rainer und Karl Auböck die erste Fertighaussiedlung in Wien-Hietzing. Sie ist heute noch zu besichtigen. Trotzdem blieb der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung aus. WIGO und Co. mussten ihre Häuser nach Deutschland exportieren. In den 1960er Jahren gründeten sich einige renommierte heimische Fertighaushersteller wie WOLF, Zenker und Brauchl.

In den 70er Jahren kam das erste deutsche Fertighaus nach Österreich – ein Bungalow mit Satteldach. ELK importierte die ersten Blockhäuser aus Finnland sowie Holzfertighäuser aus Norwegen und begann, als Generalunternehmer Einfamilienhäuser zu errichten. 1979 wurde der Österreichische Fertighausverband gegründet. Er verstand sich damals wie heute als eine Gütegemeinschaft mit der Verleihung eines Gütezeichens durch das Bundesministerium für Bauten und Technik.

In den 80er Jahren begann der dritte Frühling des Fertighauses in Österreich. Die Kleintafelbauweise wurde von großflächigen Holzverbundkonstruktionen abgelöst. Zusätzliche Anbieter wie GriffnerHaus, Schachnerhaus und VARIO-HAUS bevölkerten den Markt, der nun eine große Auswahl an verschiedenen Hausmodellen und Architekturkonzepten bot. Erste Ausstellungszentren entstanden, im Jahr 2000 wurde der Musterhauspark Eugendorf, Westösterreichs größtes Fertighauszentrum, eröffnet. 2005 lag der Marktanteil der Fertighausindustrie an allen neu gebauten Ein- und Zweifamilienhäusern Österreichs bei knapp 36 Prozent.