Fertighausindustrie
Als das Fertighaus in Österreich in den Kinderschuhen steckte, konnten nur kleine Stückzahlen erzeugt werden – die Geräte waren einfach noch nicht so ausgereift. Nach einer ersten Professionalisierungsphase begann das Produkt Fertighaus zu laufen, die Nachfrage ließ trotzdem zu wünschen übrig. Die österreichischen Hersteller exportierten ins Ausland, um überleben zu können. Aufgeben kam nicht in Frage, schließlich war man von der Machart des in nordischen Ländern so beliebten Hauses überzeugt.
Der lange Atem hat sich ausgezahlt. Waren es 1970 nur 400 Fertighäuser, die in Österreich errichtet wurden, standen mit Ende 2005 5.610 Häuser in Fertigbauweise. Das entspricht 35,7 Prozent aller Ein- und Zweifamilienhäuser, die im vergangenen Jahr gebaut wurden.
Neben Ein- und Zweifamilienhäusern entstehen immer mehr Reihenhausanlagen, Wohnhäuser, Kindergärten, Schulen und Bürogebäude in Fertigbauweise. Denn von der effizienten Art des Bauens wollen auch immer mehr Unternehmen und Institutionen profitieren. Die 26 Mitglieder des Fertighausverbandes haben 2005 über 50 Prozent mehr Objektbauten errichtet als in den Vorjahren.
Neue Märkte zu suchen und dort erfolgreich Fuß zu fassen, schlägt sich auch in den Umsatzzahlen nieder. Die Mitgliedsbetriebe des Fertighausverbandes erwirtschafteten 2005 einen Umsatz von über 425 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von knapp elf Prozent gegenüber 2004.
Über 3.000 Mitarbeiter arbeiten in der Fertighausindustrie. Die Zahl der Lehrlinge in den Betrieben ist steigend, was auch mit der Schaffung des neuen Ausbildungsberufs des Fertigteilhausbauers zu tun hat. Seit September 1999 gibt es diesen Lehrberuf in Österreich. Aktuell stehen rund 100 Lehrlinge in Ausbildung. Über 70 Gesellen sind bereits bei Fertighausherstellern tätig.